April 2013

Kein Aprilscherz

1. April

 

Feiertage

machen dich darauf aufmerksam,

dass das Leben ein Fest ist.


Die Fülle,

die Freude,

 

die du sonst

mit deinen Sorgen

deinen Erwartungen

und deinen Befürchtungen

in den Hintergrund drängst,

 

ist immer da.

 

Jeden Tag.

 

Beschränke dich nicht auf die Feiertage.

Sie sind nichts besonders.

Sonst trennst du sie vom Alltag.

 

Hafte ihnen nicht an.

 

Jeder Tag ist ein Feiertag.

Ein Geschenk,

für alle.

 

Unaufgeregt.

 

Gewöhnlich.


 

Memento mori (Erinnere dich deines Todes)  

2. April


Heute ist ein Feiertag.

Selbst wenn es nicht im Kalender steht.

 

Es ist dein Feiertag.

Es könnte der letzte Tag

deines Lebens sein.

 


Deshalb:

Genieße ihn.

 


Wenn du denskt, du denkst...

3. April

 

Wenn du beginnst zu denken,

wird aus eins zwei.

Dann sind da Probleme.

So wie Probleme durch dich entstehen,

kannst du sie auch wieder auflösen.

Aus Zwei wird wieder eins.

 

Deine Wirklichkeit,

deine Realität

ist jeweils eine andere:

Zwei oder Eins.

 

Was geschieht,

wenn du gar nicht denkst?

 

Dann ist die Wirklichkeit

wie sie ist:

ohne Anfang ,

ohne Ende.

Weder Eins noch Zwei

Ewig.


 

Wenn du fühlst, erfährst und tust...

4. April

 

Was für das Denken gilt,

gilt genauso für

Gefühle,

Erfahrungen,

Taten,...

 

Sie führen dich in Richtung der

Trennung,

Entzweiung 

oder in Richtung des

Zusammenfindens,

Gemeinsamen.

 

Keine der beiden Richtungen

ist besser oder

spiritueller.

 

Beide Richtungen sind

Ausdruck des einen LEBENS.

 

Kommen beide Richtungen

durch dich

zum Ausdruck?

 


 

Reise

5. April

 

Pytheas Reise

ging nach Norden,

dorthin,

wo die Sonne

mitternachts scheint

und Eis und Wasser

sich vermengen.

 

Die innere Reise

DEINE Reise

geht darüber hinaus:

 

Hast du den Gipfel erreicht,

gehe einen Schritt weiter.

 

"Geh' hin, wo du nicht kannst!

Sieh', wo du siehest nicht!

Hör, wo nichts schallt und klingt:

so bist du, wo Gott spricht."

(Angelus Silesius)

 


 

Hat dies was mit DIR zu tun?

6. April

 

Du kannst DEINE Reise

auch einen "spirituellen Weg" nennen.

(das klingt doch gut, oder?)

 

Du kannst DEINE Reise

auch "Schattenarbeit" nennen.

(da hast du etwas zu tun und du hast die Kontrolle...)

 

Du kannst DEINE Reise

auch einen "Kampf" oder "Krieg" nennen.

(da geschieht etwas mit dir und du hast keine Kontrolle...)

 

Das Ziel ist in allen Bildern klar:

Deinen Weg

hast du bis zum ENDE zu gehen.

Deine Arbeit

hast du bis zum ENDE zu tun.

Deinen Krieg

hast du bis zum ENDE zu führen.

 

Du hast es angefangen,

also beendest du es auch.

 

Beenden bedeutet HINGABE:

Dann wirst du gegangen.

Dann wird durch dich getan.

Dann wirst du geführt.

 


 

Einbildung

7. April

 

"Eine Einbildung,

die erkannt wurde,

muss verschwinden."

(Ein Kurs im Wundern)

 

"Das Ende

aller Einbildung,

ist das Ende

von dir."

(U.G. Krishnamurti)

 

Die Einbildung,

dass da Dinge

von einander getrennt seinen,

geht im Nebel

des Nordens

verloren.

 

DEINE Reise

ist hier zu Ende.

DU gehst

im Nebel auf.

 

Pytheas

kehrte zurück

nach Süden,

ins sonnige

Mittelmeer.

 


DEINE Reise

8. April

 

Deine Reise nimmt ihren Wendepunkt dort,

wo es keine Einbildung,

keine Persönlichkeit mehr gibt.

 

Vorher geht es nicht nach Hause.

Es kann ja noch weitergehen.

 

Du musst zugrunde gehen,

in den ungeschaffenen Abgrund.

 

Du musst verloren gehen,

mit den Säuen dein Essen teilen.

 

Du musst im Nebel verschwinden,

wie Pytheas.

 

Erst dann,

und nicht vorher

kommst du nach Hause.

Es gibt keine Abkürzung.

 

Sonst erkennst du nicht:

Du bist nie von daheim fortgewesen.

 


 

Verzettelt

9. April

 

Immer wenn du dich auf

DEINER Reise zum Erwachsenwerden

verwirrt fühlst,

orientierungslos bist,

schwach im Herzen oder

wirr im Geiste,

 

kehre zur Einfachheit zurück.

 

Erinnere dich an den Grund DEINER Reise.

Gehe zurück auf Kurs.

 

Lass dir nicht von

Lehrern,

Gurus,

Konzepten,

philosohischen Argumenten,

den Kopf verdehen und

das Ruder aus der Hand nehmen.

 

Du bist der Kapitän.

Du bist Ahab.

Du jagst den weißen Wal.

 

Weiter.

 

Da gibt es nichts

zu lernen,

zu wissen,

zu üben,

zu werden.

 

Das ist Anfängergeist.

 


 

An Bord der Pequod

10. April

 

Du bist Kapitän Ahab.

Du bist Kain.

Vom LEBEN, von GOTT gezeichnet -

an Leib, Geist und Seele.

 

Du bist die Ungeheuerlichkeit,

die sich Mensch nennt.

Du sorgst mit dafür,

dass täglich 20000 Kinder

an Mangelernährung und Krankheit sterben,

dass die Erde

Stück für Stück vergiftet wird...

 

Um diese Unerträglichkeit

zu ertragen,

hältst du dir deinen "Starbuck"

als ersten Offizier nahe bei,

dein moralischer, humanistischer Deckmantel,

den du als allerletztes hergibst.

Starbuck, dein menschliches Auge,

in das du blicken kannst:

Es ist alles nicht so schlimm...

 

Fedallah steht an der anderen Bordseite,

dein Schatten.

 


 

 

Unterhaltung

 

11. April

 

Herman Melvilles'

Moby Dick ist

nicht einfach nur ein

Abenteuerroman.

 

Es  ist ein Abbild

des LEBENS,

der einen Wirklichkeit.

 

Auf dem EINEN Ozean

geschehen Dinge,

die nicht unbedigt

einen Sinn ergeben.

 

Vordergründig ist da

Hass, Rache, Demütigung, Vergeltung,...

Ein Kapitän Ahab,

der offensichtlich

"nicht alle Tassen im Schrank hat."

 

Doch Ahab ist sich der

Sinnlosigkeit und Vergeblichkeit seiner Jagd VOLL bewußt:

 

"Wenn der Mensch einen Treffer landen will

[die EINE Wirklichkeit erkennen möchte],

muss er durch die Maske schlagen

[die Person und die Konzepte auflösen]. 

Meine Mauer ist dieser weiße Wal, der mich herumstößt. 

[MEINE Realität, die mich völlig fesselt und einnimmt].

Manchmal denke ich, da ist Nichts dahinter.

Aber das genügt.

[loslassen - entspannen. Es gibt nichts zu tun.]

 


 

Nennt mich Ahab

 

12. April

 

Kapitän Ahab

ist ein Bild

für den Menschen,

der sich seiner

Trunkenheit

bewußt wird.

 

Er ist dadurch

nichts Besseres

oder sogar erleuchtet.

 

Er wird schlicht

"erwachsen".

 

Er erkennt,

dass seine Jagd nach Moby Dick

auf den Weiten des Ozeans

nichtig und unbedeutend ist.

 

Er erkennt,

dass die Pequod

mit ihren Personen

und ihren Zielen

untergehen muss,

damit die eine Wirklichkeit

auftaucht.

 

Der Mensch schwimmt

auf der Dünung des Ozeans,

den Sarg unter sich.

 

Nennt mich Ismael.

 


Einfach

 

13. April

 

Das EGO,

das Ich

kann und muss nicht untergehen

oder getötet werden.

 

Sonst wäre da niemand,

der Kunde geben könnte:

 

Kein Ismael,

der schon da war,

bevor das Drama

begann,

und der noch da ist,

wenn das Drama beendet ist.

 


 

Einfach (nochmal) - Vielfach?

 

14. April

 

Aus der einen Wirklichkeit,

dem LEBEN,

dem Ozean,

 

tauchen Realitäten auf,

entstehen Leben,

werden Wale gejagt.

 

Ismael auf dem Sarg,

Kapitän Ahab,

die Pequod

mit ihrer Besatzung,

unterschiedliche Perönlichkeiten,

Masken,

Archetypen,

Waljagd aus

unterschiedlichen Motiven,

Drama,

Vielheit,...

 

Realitäten gehen unter,

Leben vergeht,

Wale werden getötet.

 

Eine Wirklichkeit,

LEBEN,

Ozean.


Der Einbildung der Wahl (1)

 

15. April

 

Kapitän Ahab hat keine Wahl.

Er muss Moby Dick töten.

 

Starbuck versucht bis zuletzt

Ahab zu überzeugen,

dass er eine Wahl hat,

dass er einfach umkehren kann,

nach Hause segeln,

ruhmreich,

im Wohlstand seine Tage verbringen kann,

daheim bei der Familie...

 

Kapitän Ahab

ist ein freier Mensch:

 

"Freiheit ist genau der Zustand,

in dem man keine Wahl hat."

(J. Krishnamurti)


 

Der Einbildung der Wahl (2)

16. April

 

"'Ich bin eine PERSON, die WÄHLEN kann'

- die Wurzel aller Verwirrung!

 

'Ich wähle', ist eine hübsche Geschichte,

gesponnen von einem Geschichtenerzähler,

der sich selbst erschafft,

indem er sich selbst wählt.

 

In WIRKLICHKEIT passiert,

was passiert.

Das Märchen der Wahl

ist lediglich eine

deutende Verkleidung,

eine Geschichte,

die über das gelegt wird,

was passiert."

(Jeff Foster)

 

Du meinst,

wählen zu können,

weil das,

was passiert,

für dich

unerträglich ist.

 


ES PASSIERT...

 

17. April

 

"Jenseits der Wahl,

oder ihrem Fehlen,

befindet sich die beeindruckende

EINFACHHEIT

dessen, was ist...

 

Was passiert, passiert...

 

Das LEBEN ereignet sich

und wir haben überhaupt keine Kontrolle...

 

Krankheit und Alter zeigen uns das:

Wenn wir die Wahl hätten,

würden wir nicht wählen,

alt und krank zu werden..."

(Jeff Foster)

 

 

Ahab jagt Moby Dick.

Es passiert.

Keine Wahl.

 

Hätte Ahab eine Wahl,

würde er Kapitän Gardiner

bei der Suche

nach seinem Sohn helfen.

 


LIEBE

18. April

 

Du kannst

LEBEN,

EINFACHHEIT,

GOTT,

WAHRHEIT,...

auch LIEBE nennen,

wenn es dir gefällt.

 

Wichtig ist,

dass du bemerkst,

ob dahinter eine

Beziehung steckt.

 

Dann sind da Zwei,

dann ist da

VOR-Liebe.

 


Tee oder Kaffee

19. April

 

Was ist deine VOR-Liebe?

Was wählst DU?

Tee oder Kaffee?

 

Das LEBEN

trinkt einfach.

Es wählt nicht.

 

DU bist derjenige,

der wählt.

Doch hast du wirklich die Wahl?

Hast DU gewählt,

diesen Blog zu lesen,

in dem so offensichtlich

beschrieben ist,

dass du keine Wahl hast?

Ist das vernünftig?

Oder nicht schon verrückt?

Ist Kapitän Ahab verrückt?

 


 

ERLEUCHTERUNG

 

20. April

 

Nach Erleuchtung zu streben,

ist unmöglich.

Erleuchtung ist bereits da.

Es ist nichts,

das ich erreichen könnte.

 

Wonach ich streben kann,

ist "erwachsen" zu werden,

das LEBEN so leben zu lassen,

wie es ist:

Nichts dazuerfinden,

nichts zurückzuhalten.

Sich der Maske,

der Vorlieben

bewußt zu sein.

 


Erleuchtung

21. April

 

"DU wirst niemals ein Erleuchteter sein.

Jenes DU, von dem du glaubst, du wärst es - bist nicht du.

Jenes DU, das von dir glaubt, es wäre du - ist nicht du.

Da ist kein DU - so wer wünscht da, erleuchtet zu werden?

 

Wer ist nicht erleuchtet?

Wer möchte erleuchtet werden?

Wer wird erleuchtet sein?

 

Erleuchtung ist dein Schicksal,

sie ist dir so gewiß, wie der Sonnenaufgang.

Du kannst nicht scheitern auf dem Weg zur Erleuchtung..."

(Jed McKenna)

 


 

Scheite

22. April

 

Das, was da scheitert,

sind deine Vorstellungen,

deine Konzepte, deine Vorlieben.

 

Sie sind zum SCHEITern

verurTEILt.

 

Es sind SCHEITE,

geTEILes Holz,

vorbereitet für den Ofen.

Ihr Schicksal ist es,

zu verbrennen,

zu Asche zu werden,

im Feuer des LEBENS.

 

Das ist das Drama,

das ist der Weg,

das ist der Kampf,

das ist die Reise...

 

Wer möchte "erwachsen" werden?

 


Vasen

23. April

 

"Spaltet ein Holz: Ich bin da.

Hebt den Stein auf, und ihr werdet mich dort finden."

(Thomasevangelium 77)

 

Für JEDEN kommt der Tag,

an dem der Berg kein Berg mehr ist,

das Holz gespalten ist,

der Stein aufgehoben ist,

die Vase zerbrochen ist.

 

Ein unerträglicher Zustand...

Doch: Ich bin da.

 

Wird der Berg wieder ein Berg?

Wird das Holz wieder zusammengeleimt?

Wird er Stein wieder abgelegt?

Wird die Vase geklebt?

 

Ist es dann wieder

derselbe Berg?

dasselbe Holz?

derselbe Stein?

dieselbe Vase?

 

Sei ehrlich:

Du kannst nicht zurück,

auch wenn es vielleicht so aussieht.

 

 


Steine

24. April

 

Löse dich

von der Anhaftung,

von der Vorstellung,

von dem Wunsch,

DU könntest

die Vase wieder kleben,

den Stein wieder ablegen,

das Holz wieder zusammenfügen.

 

Es wird für dich getan:

Ich bin da.

Du bist gefunden.

 

LEBEN

klebt,

legt ab,

fügt zusammen.

 

ebenso:

LEBEN

zerbricht,

spaltet,

hebt auf.

 

Wer möchte "erwachsen" werden?

 


Masken

 

25. April

 

"Dein Wille geschehe"

heißt "erwachsen" sein.

 

"Mein Wille geschehe"

ist unser Normalzustand.

 

Es erscheint normal,

weil wir alle unseren Willen durchsetzen möchten,

weil wir alle eine Persönlichkeit besitzen,

weil wir alle eine Maske (persona) tragen.

 

"Erwachsen" werden heißt:

Die Maske abzulegen.

Das erscheint zu Beginn schwer,

da alle Maskenträger

einschießlich du selbst, 

dich für plemplem halten.

 

Lass' dich nicht entmutigen:

Es gibt nichts zu verlieren.

(außer der Diktatur deines Verstandes)

Es gibt nichts zu gewinnen.

(außer LEBEN)

 


Dinge

26. April

 

Der Verstand versucht

durch Dinge

Beständigkeit zu erreichen.

 

Genau diese Dinge,

die beständig sind,

müssen vergehen,

in Bewegung,

in Fluß kommen,

unbeständig sein.

 

An den beständigen Dingen

erkennen wir

die Unbeständigkeit des LEBENS.

 


Zwischen den Dingen

27. April

 

Lebendigkeit

taucht in der Bewegung

zwischen den Dingen auf.

 

Im Verhaftetsein

an den Dingen

ist wenig Raum

für Lebendigkeit,

für die rechte Spannung.

Doch auch das ist LEBEN.

 

Nicht in voller Entfaltung,

ruhend im Keim:

Es ist wie Einatmen

ohne Ausatmen,

Zuneigung

ohne Abneigung,

Verstand

ohne Herz

und umgekehrt.

 

Lebendigkeit bedeutet beides:

Einatmen und Ausatmen.

Zuneigung und Abneigung.

Verstand und Herz.

 


Ob das wohl gut geht?

28. April

 

Ruhen

im Keim,

im Samen

geht nicht lange gut.

 

Einatmen ohne

Ausatmen

geht nicht lange gut.

 

Verstand

ohne Herz

geht nicht lange gut.

 

Es ist gegen das LEBEN,

(wobei nichts gegen das LEBEN ist),

das sich natürlich und

spontan entfalten möchte.

 

Mühelos.

 


 

26. April reloaded

29. April

 

"Diese Lebendigkeit

ist nie geboren worden

und sie wird niemals sterben.

Und sie ist was du bist.

Du bist schon frei."

Jeff  Foster

 

Dinge werden geboren,

Dinge sterben.

Du gibst ihnen Namen.

Du bist was sie sind.

Du bist unfrei.

 


 

Und?

30. April

 

Und?

Klingt

"frei sein"

besser als

"unfrei sein"?

 

Möchtest Du

lieber frei sein?

 

Dann hast Du

gewählt,

und bist unfrei...