August 2013

Vielfalt beim Bäcker

1. August

 

30 Brotsorten,

20 Brötchensorten,

Vielfalt,

Auswahl,

volle Regale

bis zum Abend.

 

Ich kann immer

das bekommen,

was ich will.

 

EGOZENTRIK,

Baby-Willen,

sorgt täglich

für geplante

20 % Überproduktion

für die Mülltonne.

 


 

Eintönig

2. August

 

Ein Brot,

ein Leitungswasser,

ein Wohnraum,

fünf Garnituren Kleidung,

ein Buch,

eine Ehefrau,

...

täglich,

jahrelang,...

 

LANGWEILIG...

oder?

 

 


 

Beten (2)

3. August

 

Für die meisten Menschen

ist Beten zielgerichtet:

Ich will etwas,

also bitte ich darum.

 

Ein Wesen bittet

ein anderes Wesen um etwas.

 

Der kleine Kerl bittet

den großen Kerl um etwas

und der große, mächtige Kerl

soll es richten.

 

Klingt doch kindisch, oder?


 

Beten (3)

4. August

 

Beten

ist untrennbar

mit Religion

verschnürt.

 

Beten hat

immer etwas

mit Gott,

Jesus,

Allah,

Vishnu,

...

zu tun.

 

Da sind zwei.

Da ist AN-Betung

 


 

Beten (4)

5. August

 

Etwas kommt

durch dich

zum Ausdruck.

Immer und überall.

 

Das ist GEBET.

Das ist einfach.

 

Da geht es nicht darum,

zu bekommen,

was man will,

sondern um

ALLES,

was du tust,

wie du es tust,

wer du bist,

wie du dich durch die Welt bewegst.

 

SELBST und

NICHT-SELBST

fließen ZUSAMMEN,

natürlich,

mühelos.

 


Beten (5)

6. August

 

Da sind zwei Grundhaltungen:

abgetrennt und

integriert.

 

Verstandesströmung und

friedvolle Strömung.

 

Sie sind beide da.

Zugleich.

 

Gebet ist so und so,

je nachdem,

welche Grundhaltung

sich JETZT

durch dich ausdrückt.

 


Beten (6)

7. August

 

Hingabe oder

Gebet

ist allumfassend.

 

Das Universum,

Gott,

Sein,

Wahrheit,

Hutzliputzli,

was auch immer...

 

ist nicht ETWAS

von MIR

GETRENNTES,

auch wenn es

anders erscheint.

 

 


 

Ich und du, Müllers Kuh...

8. August

 

Für den Verstand

ist es einfacher,

sich vom

Universum,

LEBEN,

Gott,..

abzutrennen.

 

Dann ist

das LEBEN

greifbar,

verständlich,

kontrollierbar,

ein Objekt,

das beherrscht

oder zumindest

beeinflusst werden kann.

 

Dann ist da

Beziehung.

Ich und Du.


 

Müllers Esel, DAS BIST DU

9. August

 

Es geht nicht darum

diese Beziehung,

diese Ich und Du,

diese Käufer-Verkäufer-Mentalität

zum Universum,

zu Gott,

zum LEBEN,...

zu pflegen.

 

Es ist eine

Fehlannahme, dass

Spiritualität bedeutet,

wir bräuchten MEHR Wissen,

ein tiefERES Verständnis,

einen stärkEREN Glauben

oder SPEZIELLE Erfahrungen.

 


 

Summertime...

10. - 13. August

 

...and the living is easy.

Fish are jumping,

and the cotton is high."

(George Gershwin)

 


Intelligenz

14. August

 

Es geht nicht darum,

etwas zu verändern,

oder zu verbessern.

 

Was ich (tun) kann,

ist sensibel,

und empfindsam

zu sein.

 

In dem, was JETZT ist.

 


 

Beten (7)

15. August

 

Da ist keine Beziehung

zwischen

zwei getrennten

Wesenheiten.

 

Ich bin nicht

ein unbeteiligter

Beobachter.

 

Ich bin Zeuge.

Ein Zeuge

sagt immer:

"Danke." -

Egal, was geschieht.

 


 

Alles, was ist...

16. August

 

... ist richtig so.

 

Der Ozean

kann nicht

gegen die

Einbildung

des Ozeans

verstoßen.

 

Kommt es

zum Streit

in der Beziehung

zwischen

der Einbildung

und dem, was ist,

dann ist es

die Einbildung

die sich irrt.

  


 

Ozeane und Tsunamis...

17. August 

 

Der Ozean

kann sich nicht irren,

denn was er tut,

ist das was ist.

 

Der Tsunami,

der ganze Dörfer

auslöscht,

ist nicht gut oder schlecht,

ist nicht falsch oder richtig.

 

Er ist einfach.

 

Die Einbildung

macht aus einem

Tsunami

etwas Gutes oder Schlechtes,

wogegen

etwas

unternommen werden

muss.

 


 

Schizophren?

18. August

 

Wo liegt der Teil des Ozeans,

der Tsunamis,

welche ganze Städte auslöschen,

als schlecht empfindet?

 

Wo ist der Teil des Ozeans,

der versucht zu verhindern,

das sich dies wiederholt?

 


 

Wo ist der Unterschied?

19. August

 

Was unterscheidet dich vom Ozean?

Dein Ego.

Du bist zur Unvollkommenheit fähig.

 

Was trennt dich vom Ozean?

Die Fähigkeit, an deinem Ego anzuhaften.

 


 

Mehr!

20. August

 

Im abgetrennten Zustand

des Egos

sind wir zu Dingen fähig,

zu denen das Universum,

das LEBEN, der Ozean, das Eine,...

nicht in der Lage wäre:

 

zu Irrtümern,

zur Fantasie,

zur Dummheit,

zur Emotionalität,

zur Objektivität,

zur Liebe,

zur Ehrfurcht,

zum Hass,

zur Kunst,

zur Aufgeblasenheit,

zum Völkermord...

 

und am Wichtigsten:

zur Neugier / Sehnsucht.

 

Welch eine Bereicherung für das Universum!

 


 

Hinüber-steigen

21. August

 

Neugierde / Sehnsucht

führt uns aus dem abgetrennten Zustand

des Selbst hinaus.

 

Wir sind in der Lage das ICH,

das SELBST, das WESEN,...

zu transzendieren, d. h.

die Anhaftung zu lösen.

 

Neugierde / Sehnsucht

führt uns zurück

in die friedliche Stömung.

 

Neugierde / Sehnsucht

hebt die künstliche Trennung,

von der wir meinen,

dass sie unser Leben sei, auf.

 

Neugierde / Sehnsucht

lässt uns mit dem LEBEN verschmelzen.

 


 

Mal so in die "Tüte" gesprochen...

22. August

 

Das Ego

ist LEBEN,

das sich in Beziehung ausdrückt.

 

Tolle Sache!

 

Da ist es egal,

ob ich aus der Anhaftung ans Ego

ein Problem mache oder nicht...

 


 

Nickerchen auf dem Balkon

23. August

 

Der Mensch

kann nur vertrauen,

ob er will oder nicht.

 

Er hat keine Wahl.

Sonst wäre ein Nickerchen

auf dem Balkon

nicht möglich.

 

Ist da Wahl,

ist da Zweifel,

ist da Angst:

 

Der Balkon könnte abstürzen...

Eine Wespe könnte stechen...

eine Taube auf den Kopf scheißen...

 

Das Nickerchen geschieht trotzdem.

So einfach ist das.

 


 

YING-YANG

24. August

 

Wenn wir uns der Wahl entledigen,

wenn wir Handlungen,

Emotionen, Gedanken, Ideale,...

nicht als

richtig oder falsch,

gut oder böse,

positiv oder negativ,

bewerten,

wenn wir vertrauen,

 

dann ist da nur EIN Unterschied:

Ob etwas geschieht oder nicht.

 

Was auch immer IST,

es IST (richtig) so.

 

 


 

"Be Here Now"

25. August


"Don't let your mind get weary and confused
Your will be still, don't try
Don't let your heart get heavy child
Inside you there's a strength that lies

Don't let your soul get lonely child
It's only time, it will go by
Don't look for love in faces, places
It's in you, that's where you'll find kindness

Be here now, here now
Be here now, here now

Don't lose your faith in me
And I will try not to lose faith in you
Don't put your trust in walls
'Cause walls will only crush you when they fall

Be here now, here now
Be here now, here now"

(Ray LaMontagne)

 

Da sind zwei wesentliche Perspektiven:

getrenntes Bewußtheit:

TRUST IN WALLS

Subjekt-Objekt-Trennung

Verstandes-Strömung

Ego-Anhaftung

Kinder-Glaube

Mein Wille geschehe

...

 

ergänzende Bewußtheit:

BE HERE NOW

Bewegung aus dem Nichts / der Fülle

Friedvolle Strömung

Kosmisches Bewußtsein

Erwachsen-Sein

Dein Wille geschehe

...



 

BE NOWHERE

26. August

 

Gehe GANZ hinein

in die Vermeidung:

 

Lass dein Herz schwer werden.

Lass deinen Verstand müde und verwirrt werden.

Lass dich von deiner inneren Stärke belügen.

Spalte deine Seele ab.

Verliere den Glauben in die Menschen.

Baue und vertraue auf Mauern.

Damit sie dich zerschmettern, wenn sie einstürzen.

 

Hafte dabei nicht an.

Mache kein Konzept daraus.

 

BE NO-W-HERE.

 

Vielleicht werden dann

aus Gesichtern Personen

aus Orten Räume...

 


 

Wände

27. August

 

Du vertraust auf Wände

im abspaltenden Bewußtsein.

 

Spiritualität bedeutet dann:

Wände bauen.

 

ICH bin spirituell -

und DU nicht.

 

ICH bin selbst-bewußt

und DU nicht.

 

ICH bin einfühlsam

und DU nicht.

 


 

refuse - ablehnen

28. August

 

Die Quelle

ergießt sich

durch dich.

 

Du bist die Quelle

aus der LEBEN strömt.

 

 

Ist die Quelle

außerhalb

(von dir)

errichtest du

Wände und

lässt zurückfließen,

was dir nicht gefällt.

 

Du bleibst

ausgetrocknet.

 


Spätsommer 

29. August - 6. September

 

"Noch schenkt der späte Sommer Tag um Tag
Voll süßer Wärme. Über Blumendolden
Schwebt da und dort mit müden Flügelschlag
Ein Schmetterling und funkelt sammetgolden.

Die Abende und Morgen atmen feucht
Von dünnen Nebeln, deren Naß noch lau.
Vom Maulbeerbaum mit plötzlichem Geleucht
Weht gelb und groß ein Blatt ins sanfte Blau.

Eidechse rastet auf besonntem Stein,
Im Blätterschatten Trauben sich verstecken.
Bezaubert scheint die Welt, gebannt zu sein
In Schlaf, in Traum, und warnt dich sie zu wecken.

So wiegt sich manchmal viele Takte lang
Musik, zu goldener Ewigkeit erstarrt,
Bis sie erwachend sich dem Bann entrang
Zurück zu Werdemut und Gegenwart.

Wir Alten stehen erntend am Spalier
und wärmen uns die sommerbraunen Hände.
Noch lacht der Tag, noch ist er nicht zu Ende,
Noch hält und schmeichelt uns das Heut und Hier."

 

-Hermann Hesse-