Dezember 2013

 

1. Dezember

Aufräumen

 

Den Raum,

in dem sich

unsere Einbildungen,

unsere Wertungen,

unsere Konzepte,

unsere Vergangenheit,

unsere Vorlieben,

usw...

befinden

wieder sichtbar machen.

 


 

2. Dezember

Aufräumen (2)

 

Räume jeden Tag ein wenig auf.

Nicht erst dann,

wenn es notwendig ist,

wenn da kein Raum mehr ist,

sich zu bewegen,

zu atmen.

 

 

Es ist deine tägliche Übung:

Betrachte deine

Einbildungen,

Wertungen,

Konzepte,

Vorlieben,

usw...,

mit denen du

andauernd den

Raum zustopfst.

 

Haben sie im Raum

ihren sinnvollen Platz ?

 

Sind sie schlicht

überflüssig?

 


3. Dezember

Aufräumen (3)

 

Aufräumen geschieht.

Ganz zwanglos,

weil es JETZT dran ist.

 

Nicht wie bei Kindern,

die von den Eltern ermahnt werden:

"Du musst jetzt aufräumen!"

 

Zu Beginn deiner Übung

ist die Ermahnung hilfreich:

Ein bestimmter Ort,

eine bestimmte Zeit,

eine bestimmte Übung.

 

Du bist ein spirituelles Kind.

Immer.

Da ist Anfängergeist.

 

Wenn du dann mal "übst"

geschieht es von selbst,

ganz natürlich...


 

 4. Dezember

Darkness on the edge of town (4)

 

Der Rand der Stadt

ist der Ort,

sich mit der inneren Dunkelheit

auseinanderzusetzen.

 

Die Erkenntnis,

keine Mitte zu haben,

vollzieht sich dort.

 

Politik, Gesellschaft, Familie, Ehe,

Beziehung, Gemeinschaft,...

All das geschieht in der Stadt;

all das verstärkt das Gefühl,

eine Mitte,

eine Identität zu besitzen.


 

 

5. Dezember

Darkness on the egde of town (5)

 

Die Faszination

für das Dunkle

IST für Politik, Gesellschaft,

Familie, Ehe,

Beziehung, Gemeinschaft,...

eine Bedrohung,

da sie Identität

nicht verstärkt,

sondern (zer-)stört.

 

Die innere Dunkelheit

lässt sich nicht

begrenzen oder

"verhaustierlichen"

wie es die "Psycho-LOGIE"

versucht.

 

Der "horror vacui"

der Schrecken vor der Unbegrenzheit,

der Unkontrollierbarkeit des LEBENS,

lässt sich mit dem Verstand nicht entfernen.

 

Spätestens mit DEINEM Tod,

wenn dein Verstand sich entfernt,

ist die Angst wieder da.


 

6. Dezember

Darkness on the edge of town (6)

 

Was geschieht,

wenn die Dunkelheit

vom Stadtrand

im Zentrum,

auf dem Marktplatz

auftaucht?

 

Wenn da

ein Jesus,

ein Sokrates,

ein Buddha,

ein Franz von Asissi,

...

auftaucht?

 

Jemand, der Dunkelheit mitbringt?

 

Die Verstandesströmung

hat zwei Möglichkeiten,

sich gegenüber

der Unbegrenztheit des LEBENS

zu verhalten:

 

Vernichtung oder Heiligsprechung.

In beiden Fällen

verschwindet das Unangenehme...


 

7. Dezember

Darkness on the edge of town (7)

 

Irgendwann muss JEDER

seine Dunkelheit vom Stadtrand

in die Stadt bringen.

 

Heimlich oder mit großem Aufsehen.

 

WER will schon auf Dauer

durch die Dunkelheit tappen?

 

Niemand natürlich.

 

Was ist der Sinn von Sinnlosigkeit?

Wie kann man nichts wollen?


 

 

 8. Dezember

Darkness on the edge of town (8)

 

Was geschieht ganz konkret,

wenn du die Dunkelheit

mit auf den Marktplatz bringst?

 

Du wirst ERWACHSEN.

 

Das heißt:

Du machst Schluss damit,

dich an JEDEN

außergewöhnlichen Marktstand anzustellen;

dich in JEDEN

spirituellen Wanderzirkus einzureihen.

 

Du machst Schluss damit

DICH SELBST

für etwas Außergewöhnliches zu halten.

DU machst keinen EIGENEN

spirituellen Wanderzirkus auf.


 

9. Dezember

Koans

 

Wen interessiert

die volle Teetasse,

das Klatschen einer Hand,

das Gesicht vor der Geburt?

 

Womit kannst Du dein Hirn

mehr verrenken, als mit

deinem eigenen,

sich abzeichnenden Tod?

 

Was ist verheerender

als die Kontemplation

von Sinnlosigkeit

und Bedeutungslosigkeit?


 

10. Dezember

Darkness on the edge of town (9)

 

Der Weise hat Augen im Kopf,

der Tor aber tappt im Finsteren.

 

Ich habe aber auch erkannt,

dass ein und dasselbe Geschick

alle beide trifft.

(Kohelet)


 

11. Dezember

Basisdemokratie

 

Über deinen Tod meditieren...

...das kannst Du überall,

zu jeder Zeit,

ob alt oder jung,

ob arm oder reich,

ob krank oder gesund,

ob klug oder doof,

...

 

Da braucht es keine

Gurus, Heilige,

Schicksalschläge,

spirituelle Orte,...

 

Es ist unausweichlich,

wie dein Atem.


 

 16.Dezember

Kinderspiritualität

 

Es wird gesagt,

es sei spirituell,

nicht zu werten

oder Gedanken

vorbeiziehen zu lassen.

 

Aber es IST doof,

dass Menschen sich gegenseitig töten,

dass die Natur zerstört wird,

dass ...

 

Wertungen, Gedanken, Gefühle...

sie gehören zum Menschsein dazu.

 

Verschwende deine Zeit und Energie

nicht mit ihrer Bekämpfung.

 

Empfinde sie voll und ganz,

und die Anhaftung löst sich...

 

 


 

17. Dezember

Sprache

 

...

... ...

Haus - Baum

großes Haus - kleines Haus

dein Haus - mein Haus

dein großes Haus - mein kleines Haus

Ich will dein großes Haus - mein kleines Haus genügt mir nicht

 

Wo ist das Problem?


 

 

18. Dezember

The time comes

 

“I wait for the day to break me

I look up to the sky

I look back on my life

Gratefully

You were mine

 

The time comes

And then it goes

Then it goes away

 

Don't try to read the silence

Don't try to live it down

'cause I learned a thing or two

About patience

And I have found“

 

(Nina Gordon)


 

19. Dezember

Kaugummi

 

Das Ego ist nicht das Problem.

Die Anhaftung ist das Problem.

Ein anhaftendes Ego

ist wie Kaugummi:

Es wird wiedergekäut,

selbst, wenn da kein Geschmack mehr ist.

 

Genauso kaust du

auf deinen Vorstellungen,

Konzepten und Problemen herum.


 

 

20. Dezember

Kaugummi (2)

 

Wie werde ich den Kaugummi los?

Wie löse ich die Anhaftung des Egos

an den Körper, an die Gefühle, an den Verstand?

 

Kaugummis lösen sich

mit Kälte, Druck und einer scharfen Klinge...

 

Will ich das auch?

 

Bevorzuge ich nicht lieber doch

Wärme, Entspannung, Verständnis...