Januar 2013

 

 

1. Januar

In the beginning...

 

 Ein Jahr Geschichte, die Andreas schreibt, um sich selbst zu veröffentlichen...

Worte und Sprache

sind der Versuch

Unbeschreibbares zu erfassen,

kontrollierbar zu machen.

Das LEBEN zu benennen,

es damit zu verfehlen.

Worte tauchen aus der Sprachlosigkeit auf,

tolle, große Gedanken,

Mitteilung von Erfahrungen,

Bilder auf der leeren Leinwand,

rausgepickte Rosinen

der Vorliebe und der Abneigung

Glück und Unglück...

Person und Identität...

 

Was ist DEINE Geschichte?

 

Was ist "JENSEITS" deiner Geschichte?

 

 

Das LEBEN lässt sich nicht benennen.

 

 Ein spannendes Jahr 2013.


 

 

2. Januar

Words don't come easy – to me

 

"Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.

Sie sprechen alles so deutlich aus:

Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,

und hier ist Beginn, und das Ende ist dort."

(R.M. Rilke)

 

Welche Bedeutung hat für dich das Wort "Hund"?

Wo war dessen Anfang?

Welches Gefühl ist für dich damit verbunden?

 

Welches Bild entsteht beim Wort "Haus"?

Verwendest Du es als Konzept? Als Symbol für "Etwas"?

 

Verwendet es jeder Mensch so wie du es tust?

 

Ist es "objektiv"?

 

Dies ist ein "Hund"

alles andere nicht.

Das verleiht Gewissheit.

Ein Anfang, ein Ende.

 

Wenn ich ein schwanzwedelndes, sich bewegendes, haariges, bellendes, sabberndes Lebewesen "Hund" nenne, entsteht eine Einbildung.

 

Eine Kette aus Erinnerung, Vergleich, Besitz...

Das ist für mich bedeutungsvoll:

Ich kann "Etwas" benennen,

es abgrenzen

Anfang hier -Ende dort...

kontrollieren

handhaben

sichern

 

Da sind dann zwei.

Ich bin voll mit Bedeutungen

 

words don't come easy -to me

 

 

Worte tauchen auf

im LEBEN

Sie sind ohne Bedeutung

für das LEBEN

 

Das Tao das sich aussprechen lässt

ist nicht das Tao.

 


 

3.Januar

One

 

Jedes Konzept, jede Vorstellung, jeder Gedanke, jede Erfahrung,...

die ICH mache,

sei es von Gott, vom Leben, von der Wahrheit, vom Einen,...

verfehlt die Komplexität des LEBENS.

Sie stellt etwas vor, das so nicht stimmt,

erschafft ein Zweites.

Doch das Zweite ist nicht falsch;

es ist Teil dieser Komplexität.

 


 

 

4. Januar

Blah, blah, blah

 

Wie benutzt du deine Worte?

 

Übermitteltst du Meinungen, Ideen und Konzepte von einem Menschen zum anderen?

 

Willst du andere kontrollieren?

 

Willst du überzeugen?

 

Willst du Macht ausüben?

 

Willst du dein Wissen an Unwissende vermitteln?

 

Auch wenn du es nicht so meinst? Spüre und sieh genau hin!

 

 

 

Worte geschehen nicht zu deinem eigenen Nutzen.

 

Worte sind ein Ausdruck von Beziehung.

 

 

Mehr noch...

 

Beziehung ist Kommunikation

 

Beziehung ist Kommunion

 

Kommunion drückt sich in Worten und Taten aus.

 

Kommunion ist die Übertragung von Stille.

 

 

Ist in deinen Worten und Taten die Stille beheimatet?

 

Ist sie zu spüren? Oder bist da nur Du?

 


 

 

5. Januar

Du bist schuld! Der Kern deiner Identität

 

Wenn etwas nicht so ist, wie wir uns es vorstellen

brauchen wir einen Schuldigen,

um eine Beziehung / Trennung aufrecht zu erhalten.

 

Da müssen viele hinhalten:

Politiker, Priester...

Eltern, Ehepartner...

Konzerne, das "System"...

Materie, Ideale...

EGO...

 

Denn: Die Welt soll sich nicht verändern

In der Welt soll nicht LEBEN in Erscheinung treten.

 

DU bist es, der LEBEN verhindert,

nicht der "böse" Politiker ist schuld.

 

DU BIST ES!

 

Höre einfach damit auf.

 


 

6. Januar

Stop it!

 

Kann ich einfach damit aufhören?

Kann ich mir das vornehmen?

 

Im Auf-hören

höre ich auf.

 

Da ist nur noch Lauschen

keiner, der da lauscht.

 

Da ist NIEMAND.

Wo ist JEMAND?

 

"Nichts ist, das dich bewegt.

Du selber bist das Rad,

das auf sich selbst läuft

und keine Ruhe hat."

(Angelus Silesius)

 


 

 

7. Januar

"Imagine a world in peace."

 

Sobald du diese Vorstellung gebildet hast,

sind da zwei:

Die Welt, wie sie anscheinend jetzt ist,

und wie sie sein sollte - deiner Einbildung nach.

Dann ist Krieg

in dir.


Du bist Frieden, Krieg, LEBEN, Wahrheit, Hutzliputzli,...

JETZT!

Stelle es dir bitte nicht nur vor.


 

8. Januar

Rad (1)


"Nichts ist, das dich bewegt.
Du selber bist das Rad,
das auf sich selbst läuft
und keine Ruhe hat."

(Angelus Silesius)

Wo ist die Nabe?
Der "unbewegte Beweger"?
Dieser Punkt, dem ich einen Namen gebe?

Der ruhende Punkt ist nicht zu erkennen,
doch hält er das Rad zusammen.

Die Nabe hält das Rad zusammen,
damit es sich unruhig drehen kann.

So viel Unruhe
so viel Rad
da wird die Nabe
allzuleicht
übersehen und
vergessen.


 

9. Januar

Rad (2)


"Nichts ist, das dich bewegt.
Du selber bist das Rad,
das aus sich selbst läuft
und keine Ruhe hat."

(Angelus Silesius)


Nichts ist, das bewegt.
LEBEN ist Veränderung.


Unser Streben ist es,

Veränderung zu kontrollieren,

Bewegung zu kontrollieren.

Bewegung eine Richtung zu geben.


Selbst Babys tun das,

wenn sie krabbeln und laufen lernen:

Bewegung kontrollieren.


Der spontanen, ungerichteten Veränderung des LEBENS einen Zweck geben.

Aus LEBEN Leben machen.

Aus NIEMAND Jemand machen.

 


 

 

10. Januar

Halt an!


"Nichts ist, das dich bewegt.
Du selber bist das Rad,
das aus sich selbst läuft
und keine Ruhe hat."

(Angelus Silesius)


Bemerkst Du die beiden Stömungen?
Die deines Verstandes, der stömenden Gedanken?
Und das ewige Strömen des LEBENS? Ohne Unterlaß?

Sind sie beide zugleich da?
Oder mal die eine und dann die andere?

Haftest du an einer der beiden an?
Ist eine Stömung besser, erstrebenswerter als die andere?

Springst du hin und her?
Dann ist da EGO: Verstandes-EGO oder spirituelles EGO.

Halte inne. Jetzt.
Dieser Atemzug.

Jetzt sind sie beide da.
Die Bewegung aus dem Nichts
und das Rad das keine Ruhe hat.

Mal ist die eine Strömung stark, fast greifbar
mal ist sie eine leise Melodie im Hintergrund.

Beide Strömungen sind da, zugleich.
Vergiß das nicht.

 


 

11. Januar

Der tolle Mensch (1)



Das spirituelle EGO ist der tolle Mensch.

Er läuft über den Markt und schreit unaufhörlich:

"Ich suche Gott! Ich suche Gott!"


Bei denjenigen, die dort stehen und nicht an Gott glauben

löst er große Erheiterung aus.

"Ist er denn je verloren gegangen?"

"Hält er sich versteckt?"


Das spirituelle EGO meint, Gott suchen zu müssen,
da es von ihm getrennt ist.
Durch die Trennung ist GOTT (LEBEN) zu Gott (Leben)
geworden. Aus diesem Glauben heraus ist er verloren gegangen und hat sich versteckt, so dass er gesucht und gefunden werden muss.

 

 


 

12. Januar

Der tolle Mensch (2)


"Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittage eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie..."
(Friedrich Nietzsche)

Ein spirituelles EGO zündet sich eine separate Laterne an,
weil es meint, es sei erleuchtet,
weil es meint, etwas zu suchen
weil es meint, etwas erkannt zu haben,
weil es meint, die Welt davon in Kenntnis setzen zu müssen.

Dabei ist bereits alles erleuchtet: Es ist heller Vormittag.
Die Laterne ist zu nichts nütze.
Vor lauter Helligkeit ist sie überflüssig.

Die Laterne ist nur deshalb wichtig, weil der tolle Mensch
auf dem Markt herumrennt
und unaufhörlich schreit.

"Meinst du, o armer (toller) Mensch,
dass deines Mund's Geschrei
der rechte Lobgesang
der stillen Gottheit sei?"

(Angelus Silesius)


 

13. Januar

Der tolle Mensch (3) - Don't give me names



"Wohin ist Gott? rief er [der tolle Mensch], ich will es euch sagen! Wir haben ihn getödtet, - ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder!"
(Friedrich Nietzsche)

Sobald da zwei getrennt sind
Ihr und Ich
Ich und Du
Ich und Gott

wird GOTT zu Gott
LEBEN zu Leben

Die "Verhaustierlichung" Gottes (Peter Sloterdijk)
Gott wird zur Kuh (Meister Eckardt)
Gott wird ein kontrollierbares Konzept.
Gott bekommt einen Namen.

Die Vielfalt und Unberechenbarkeit des LEBENS wird beschränkt.

Das spirituelle EGO vermag das Meer auszutrinken und sich einzuverleiben.


 

14. Januar

Der tolle Mensch (4)

 

Sobald das Ich

sich als getrennt erlebt,

sich mit Worten beschreibt,

sich aufbläht,

 

kommen zwangsläufig die Fragen,

kommt die Schuld,

kommt die Unruhe:

 

"Wie vermochten wir das Meer auszutrinken?"

"Was thaten wir, als wir die Erde von ihrer Sonne losketteten?"

"Wohin bewegen wir uns?"

"Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts?"

"usw...?"

 

"Nichts ist, das dich bewegt.
Du selber bist das Rad,
das aus sich selbst läuft
und keine Ruhe hat."

(Angelus Silesius)

 

Da sind keine Fragen.

Da ist kein Problem.

Es ist heller Vormittag.


 

15. Januar

Sils Maria - Friedrich Nietzsche



Mal ist die eine Strömung stark, fast greifbar
mal ist sie eine leise Melodie im Hintergrund.


"Hier sass ich, wartend, wartend,
- doch auf Nichts,

Jenseits von Gut und Böse,

bald des Lichts

Geniessend,

bald des Schattens,

ganz nur Spiel,

ganz See,

ganz Mittag,

ganz Zeit

ohne Ziel."



Entspanne dich.

Es gibt nichts zu tun.

Jetzt sind beide Stömungen da...


"Da, plötzlich,

Freundin!

wurde
Eins zu Zwei -

- Und Zarathustra

gieng an
mir vorbei..."




16. Januar

Der tolle Mensch (5)

 


Das Frage-und-Antwort-Spiel

ist ein Hinweis

auf ein EGO-Spiel,

auf Eins zu Zwei,

auf Konzepte.


Der tolle Mensch bemerkt dies,

nachdem er geschwiegen hatte

und die Zuhörer ihn befremdet anblickten.


Der tolle Mensch wirft die Laterne
- sein vor dem LEBEN lächerlich erscheindendes Konzept -
zu Boden.

Die Laterne zerspringt in Stücke
-wird nutzlos-

und erlöscht.

JETZT ist heller Vormittag.


 

17. Januar

Der tolle Mensch (6)

 

 

Doch selbst im Schweigen

taucht das spirituelle EGO

sofort wieder auf:

Die Zuhörer blicken

befremdet auf ihn.


Als Reaktion darauf

wirft der tolle Mensch

seine Laterne zu Boden

und beginnt zu reden:

"Ich komme zu früh"

"Ich bin noch nicht an der Zeit"

"..."

Da sind sie wieder:

Das zwanghafte Denken,

die Trennung,

die Wertung,

die Urteile,

die Zeit,

die Geschichte,

die Identität.



18. Januar

Der tolle Mensch (7)


 

"Hier schwieg..."

da ist sie kurz,

die ewig friedvolle Strömung

ewig im Hintergrund

kurz mal deutlich

"Nichts ist, das dich bewegt."


Unangenehm für's EGO.

Dann setzt die Verstandesstömung ein.

Unsicherheit und Schwäche tritt ein.

Zwanghaftes Denken taucht auf.

Wie reagieren die Zuhörer?

Ist es die erwartete Reaktion?

Ja? Nein?

"Du selber bist das Rad,
das aus sich selbst läuft
und keine Ruhe hat."

 


 

19. Januar

Morgenröthe



"Erkenne dich selbst"
ist die ganze Wissenschaft.
-

Erst am Ende der Erkenntnis aller Dinge
wird der Mensch sich selber erkannt haben.

Denn die Dinge sind nur die Gränzen des Menschen."


(Friedrich Nietzsche; Morgenröthe 48)



... und dies ist erst der "Anfang":

Der Beginn des Tages

Morgenröthe


Die Erkenntnis,
dass ich ein begrenzter Teil
des umfassenen Ganzen bin...

Leben im LEBEN.


 

 

20. Januar

Perspektive

 

Was ist deine Perspektive?
Deine Grundhaltung?

Nehme ich zuerst
den begrenzten Teil wahr,
ist da die Verstandesströmung.

Die friedvolle Strömung,
das umfassende Ganze,
ist dann im Hintergrund,
nicht oder fast nicht wahrnehmbar.

Das ist EGO
das ist Indentität
das ist Selbstzentriertheit.


oder


da ist LEBEN ohne Zentrum,

die friedvolle Strömung,

in der so "etwas" wie ein "getrenntes Ich"

auftaucht und wieder verschwindet.



21. Januar

Nach der Morgenröthe



"Erst am Ende der Erkenntnis aller Dinge
wird der Mensch sich selber erkannt haben."



Der Verstand wir niemals das Ende aller Dinge erkennen.

Denn er liebt es zwanghaft weiter zu zergliedern

und neue Grenzen zu ziehen,

indem er Dinge benennt.


Das ist sein Wesen:

Dinge zu unterscheiden.



Also wird der Mensch sich selbst nie erkennen können.

Zumindest nicht mit der Verstandesströmung.


Denn: Die Wahrheit ist ohne Grenzen.


Nimm die Vollkommenheit eines Teiles wahr,

dann erkennst du die Vollkommenheit des Ganzen.


"Ich stieß auf das Geheimnis des Meeres,
als ich über einem Tautropfen meditierte."

(Khalil Gibran)


 

22. Januar

Was geschieht.


Was geschieht,

wenn ich erkenne,

dass alles in den Teilen

beinhaltet ist?


Welcher Teil ist dann

geringer,

schöner,

besser,...

als ein anderes?


Alles passt zusammen.

Alles ist am "richtigen" Ort.

Nichts ist verloren gegeangen.


Heller Vormittag.


 

23. Januar

Blähungen


Das EGO bläht sich auf

macht Blasen,

damit es anscheinend

größer ist

als das LEBEN.


EGO macht aus (einem) LEBEN

viele Leben.


EGO-Schaum.


Schaum ist zeitlich begrenzt.

Dann fällt er wieder in sich zusammen.


Was bleibt

ist LEBEN.



 

24. Januar
 

"In der Welt habt ihr Angst" (Joh. 16,32)

 


Das ist so,

denn du bist Jemand bestimmtes.(some-body)


Es ist unser weltlicher Zustand.

Es ist die Verstandes-Strömung.

Es ist die Angst-Strömung.

Es ist die Schmerz-Strömung.

Du kannst ihr nicht enkommen,

so sehr du dich auch anstrengst.


JEDER hat Angst,

- ob er sich es eingesteht oder nicht -

weil ich JEMAND bin.


Identifizerst du dich ausschließlich mit JEMAND?


Dann zeigt es sich:

Dein Körper ist verspannt, die Atmung kurz,...

Deine Gefühle sind heftige Emotionen...

Dein Denken ist zwanghaft und endet nicht...


Oder spürst du einen Abstand?

ist da auch Niemand? (No-Body)

ist da kein Verstand? (No-Mind)

Bist du verrückt?

Nicht von dieser Welt?

Erschreckend, oder?!


 

 

25. Januar

Madagascar Teil 3 - Der EGO-Trip



Da bemühe ich mich

und setze alle Kräfte darin

wieder nach Hause zu kommen,

in den New Yorker Zoo,

den ich verlassen musste...


Da bin ich also wieder,

und es ist gar nicht so,

wie ich es erwartet hatte,

wie ich es in Erinnerung hatte.


Der Zoo ist so klein,

so ordinär, so gewöhnlich.


Also lieber doch wieder auf Reisen gehen:

Selbstverwirklichung,

freier Wille,

Abenteuer,

Romantik...


 

26. Januar

krank

"Krankheit" kann dir eine Hilfe sein.

Dein Körper ist immer gegenwärtig.



Genaugenommen hast du dann die Chance

zu bemerken, dass dein Verstand "krank" ist.





Dein Verstand möchte, dass der Körper

seine Ideen, Vorstellungen, Einbildungen, Ablenkungen,...

ausführt.



Dazu muss der Körper aber "gesund" sein.

Der Verstand kann nur einen "gesunden" Körper knechten.





Wenn dieser Mechanismus nicht funktioniert,

wird der Körper vom Verstand als "krank" bewertet,

und er muss wieder "gesunden".





Dazu kann der Verstand etwas tun:

Zum Arzt gehen, Medizin einnehmen,...



Der Körper ist einfach,

der Verstand nicht.



Wie schrieb der römische Satiriker Juvenal:

"Orandum est, ut sit mens sana in corpore sano.

Beten sollte man darum, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist sei.“

 


 

27. Januar

Good girls go to heaven -bad girls go everywhere

 

Party, Feier und Freude ist dort,

 

wo die Abtrennung aufgehoben ist,

 

wo Totes wieder lebendig ist.

 

 

Dann ist es egal, ob ich an einen "bestimmten" Ort

 

oder "überall" hin gehe.

 

Der Weg ist nicht entscheidend,

 

ob er nun "gut" oder "schlecht" sei.

 

Alle sind eingeladen,

 

ob sie nun moralisch unbescholten

 

und als Belohnung in den Himmel eingehen,

 

oder ob sie nun "schlechte Erfahrugen"

 

gemacht haben...

 

 

Freude und "guter Mut"

 

sind unabhängig davon:

 

Sie sind Hier und Jetzt.

 

NOW-HERE.


 

 

28. Januar

Gedanken.

 

 

Normalerweise benutzt du deinen Verstand,

um Dinge zu identifizieren,

sie zu benennen.

 

Genaugenommen benutzt dein Verstand dich,

damit er sich Dinge einbildet .

 

Die Trennung,

die sich "du" nennt,

identifiziert sich mit den Dingen,

geht eine Beziehung ein.

 

Der Verstand benutzt dich permanent.

 

Das ist krank.

 

 

Der Verstand ist ein Instrument,

 

das "du" benutzt,

 

wenn es notwendig ist.

 

Du bist der Meister.

 

 

Doch mal ganz ehrlich:

 

Benutzt "du" deinen Verstand überhaupt?

 

 

Schmerz, Angst, Emotionen, Gedanken,...

 

tauchen auf,

 

verschwinden wieder...

 

 

Versuchst du sie festzuhalten?

 

Haftest du ihnen an?

 


 

 

  1. Januar

Zeuge

 

Eine großes Unternehmen für "Personal-Training"

 

wirbt mit Walt Whitman:

 

"Wir überzeugen durch Persönlichkeit."

 

 

Wie eine ungenaue Übersetzung doch den Sinn verdreht.

 

 

Heißt es im Original doch:

 

"I and mine do not convince by arguments, similies, rhymes, We convince by our presence"

 

"Ich und die Meinen überzeugen nicht durch Beweise, Gleichnisse, Reime, Wir überzeugen durch unser Sein"

 

Das bringt uns Persönlichkeitstraining bei:

 

Überzeugen,

Macht ausüben

durch eindeutige Beweise,

rhetorisch billante Gleichnisse

und schöne Reime.

 

 

Achte auf (deine) Worte.

Mit Worten kannst du Dinge BE-ZEUGEN.

 

 

ÜBER-ZEUGEN kann unser Sein,

dessen An-teil du bist.

 


 

 

30. Januar

Hetz' mich nicht

 

"Looking out at the road rushing under my wheels

Looking back at the years gone by like so many summer fields

In '65 I was seventeen and running up 101

I don't know where I'm running now, I'm just running on

 

(Running on) Running on empty

(Running on) Running blind

(Running on) Running into the sun but I'm running behind"

(Jackson Brwone)

 

Das ist SIE:

Die Strömung deines Verstandes,

mit der du anhaftest.

 

"Du selber bist das Rad,
das aus sich selbst läuft
und keine Ruhe hat."

 

Für deinen Verstand sieht es so aus,

als ob du in die Leere rennst.

Auf "Reserve" läufst.

Die Angst stehenzubleiben.

 

Dein Verstand kann nur eine Seite sehen:

Nichts

ist Leere

ist Angst

 

Entspanne dich da hinein.

 

Dann gehst du aus der Spannung hinaus,

gehst aus der Hetze hinaus.

 

Halt an.

 

Stop it!

 

Das ist Meditation.

 

Gehe hinein in die Vernunft. (Nicolaus von Kues: intellectus – Intelligenz - Empfindsamkeit)

Dann spürst du:

Da ist ES:
Das ewige Strömen des LEBENS, ohne Unterlaß.

 

Erkenne:

"Nichts ist, dass dich bewegt."

Da ist Fülle.

Da ist guter Mut.


 

 

31. Januar

Zwei-fel

 

Da sind zwei:

 

Das was IST,

 

und das was sein SOLLTE

[das was ich will (Vorliebe) und

das was ich nicht möchte (Abneigung)]

 

Ich mache ständig

 

"Eins zu Zwei"

 

Das ist der Verstand,

das EGO-Spiel,

"auf Reserve" laufen,

Arjuna, der im Angesicht des Kampfes zögert,...

 

Beobachte dies.

Werte nicht.

 

Da sind JETZT zwei,

da muss nicht eins sein.

 

Siehe was JETZT ist.

 

Einatmen.

 

Ausatmen.

 

Nimm es einfach zur Kenntnis,

 

Es läuft ab, wie es abläuft.

 

 

Wenn du wieder zweifelst,

 

halte dich an das was IST

 

nicht an das was sein SOLLTE.

 

Zwei zu Eins.