Juli 2013

Halbzeit

1. Juli 

 

Unsere Gesellschaft möchte,

dass wir unser Leben in der

ersten Halb-Zeit verbringen.

 

Was ist jenseits der 40?

Was ist das, wenn der Schwabe "gscheit" wird?

Wie können wir würdig älter werden?

 

Mal ganz ehrlich:

Wir haben keine Ahnung!

 

Soll die zweite Halbzeit wie die erste verlaufen?

Was geschieht in der Pause?

In der Kabine?

Welche Korrekturen bringt der Trainer an?

Welche Motivation haben die Spieler?

 


 

Hingabe

 

2. Juli

 

"Ich weiß, dass ich nichts weiß" (Sokrates)

und nicht einmal das weiß ich.

 

Sich hingeben heißt,

die Einbildung

von Kontrolle aufzugeben.

 

Dazu braucht  es keine Religion,

kein Glaube,

keine spirituelle Übung.

 

Sobald du zu verstehen beginnst,

was Ego und Angst wirklich sind,

wird die Hingabe

ganz mühelos auftauchen.

 


 

Was ihr wollt

 

3. Juli

 

Meister und Schüler.

Eine völlige Fehlverbindung:

 

Meister haben nicht

was Schüler wollen.

 

Schüler wollen nicht,

was Meister haben.

 


 

Simple

 

4. Juli

 

 

Ein Körper.

Ein Gefühl.

Eine Seele.

 

Viele Beziehungen.

Viele Emotionen.

Viele Gedanken.

 


 

Etwas komplizierter

 

5. Juli

 

Ein Körper:

ein Raum

ein Ozean

 

Ein Gefühl:

schlichte Dankbarkeit

 

Eine Seele:

ein Kosmos

ein Universum

 


 

Was wollt ihr?

 

6. Juli

 

Der spirituell Suchende,

der Schüler,

will Seelenfrieden.

 

Ein Ende des Krieges,

der Zerissenheit,

der Konflikte.

 

Der Meister,

der so friedvoll

erscheint,

soll dem Schüler

Seelenfrieden geben,

beibringen,

übertragen,

wie auch immer...

 

Seelenfrieden

ist Tiefschlaf.

 

Hilft dir der Meister beim Einschlafen?

 


 

Peace of mind

 

7. Juli

 

Seelenfrieden

bedeutet

die Seele,

den Verstand,

die Emotionen

ABZUSCHAFFEN,

zu ignorieren,

als Illusion abzutun.

 

Dazu braucht es

keine spirituelle Suche.

Der tägliche Kneipenbesuch,

das allabendliche Fernsehen,

Arbeiten bis zum Umfallen,...

sorgt für dasselbe Ergebnis:

TIEFSCHLAF

 

Daran ist nichts Schlimmes,

fast alle Menschen tun das...

 


 

Wanna wake up?

 

8. Juli

 

Wenn du jedoch

aufwachen möchtest,

erwachsen werden möchtest,

sich die friedliche Strömung

durch dich ausdrücken soll,

dann ist Seelenfrieden

der Feind,

das Schlimmste,

was es auf der Welt gibt.

 


 

Auch Seelenfrieden...

 

9. Juli

 

Pflege deinen Seelenfrieden.

Tue das, was dir Freude macht.

 

Tue dies von ganzem Herzen.

 

Verschwende deine Zeit damit.

Fühle dich dabei nicht schuldig.

Habe dabei kein schlechtes Gewissen.

 

Sei ein Müssiggänger:

Mach' ein Nickerchen,

geh' Spazieren,

sieh' stundenlang Fernsehen,

angel' am Fluss,

betrink' dich abends,

treff' dich zum Tratschen,...

 

Spüre: Da ist Frieden.

 


 

Watch out!

10. Juli 

 

Achte auf die Anhaftung,

besser: spüre die Anhaftung...

Die Schwerkraft,

die Bodenhaftung,

die dir ermöglicht,

hier zu leben.

 

Spüre die Anziehungskraft

von allem und jeden.

 

Bemerke den Verstand,

der sich ent-ziehen will,

und sich be-ziehen möchte.

Diese enorme Anstrengung,

im Orbit der Dinge zu bleiben.

 

Ist da Leichtigkeit?

Ist da Seelenfrieden?

 


 

Geostationär

 

11. Juli

 

Geostationär:

Diese Beziehung ist uns die Liebste.

In Bewegung unbewegt.

Gleicher Abstand.

Unverändert fester Orbit.

 

LEBEN heißt:

Veränderung,

Ineinanderfallen

der Polaritäten.

Ende der Beziehungen.

Zu-Grunde gehen.

Den Orbit verlassen,

den festen Standpunkt

aufgeben.

Abstürzen.

 

Wiedervereinigen,

was nie getrennt war.

 


 

Picture this

 

12. Juli

 

Es ist des Theologen liebstes Bild:

Gott als unbewegter Beweger.

Unverändert im Hintergrund

bewegt er die Geschicke der Welt.

 

Doch verhält sich das Bild nicht umgekehrt?

LEBEN als Bewegung,

Veränderung, Fluss...

 

Zeigt dieses Bild nicht den Menschen

der ständig versucht,

diese Bewegung anzuhalten?

LEBEN zu begreifen

in Konzepten, Ideen, Vorstellungen?

Selbst etwas tun zu wollen?

 

Der Mensch ist der unbewegte Beweger.

 


 

Stop history

13. Juli

 

Du erfindest

Geschichten,

damit du das LEBEN

kontrollieren kannst.

 

Du suchst

nach Begründungen

in deiner Vergangenheit,

damit nichts geschieht,

was das LEBEN

durch dich

JETZT geschehen

lassen möchte.

 


 

Now denial

14. Juli

 

Wir vermeiden die Gegenwart.

Den Zeit-Punkt,

an dem wir nicht sind.

 

Wir existieren

in der Vergangenheit,

in der Geschichte.

 

Wir existieren

in der Zukunft,

in den Visionen.

 

Wir existieren

nicht in der

Gegenwart.

 

In der Gegenwart

SIND wir.

 

Da ist Ewigkeit.

 


 

Auch das passiert...

24. Juli

 

Viel Arbeit,

keine Zeit für den täglichen Eintrag...

... nimm's gelassen.

 


 

 

Ein Leben ohne Wiederholung

25. Juli

 

Ein Leben ohne Wiederholung.

Das WÜNSCHEN wir uns alle.

 

Die Ego-Anhaftung tut alles dafür,

dass nichts wieder-ge-holt wird.

 

Denn was wieder-ge-holt werden kann,

ist die Bewußtheit,

dass "Ich" nicht bin.

Der "Ich"-Tod.

 

Wieder-holung (re-petitio) heißt:

Wiedererlangen der Einheit.

 

Wieder-holung (red-integro) heißt:

sich ergänzen,

Wieder-erneuerung der friedvollen Strömung.

 


 

Ein Leben ohne Wiederholung (2)

26. Juli

 

Täglich

sterben

weltweit

20.000 Kinder

unter 6 Jahren

an Unterernährung

und Krankheit.

 

Täglich

eine

Kleinstadt

entvölkert,

vernichtet.

 

Jährlich

7.300.000 Kinder.

Tot.

 


 

Gate

27. Juli

 

"Before one goes through the gate

one may not be aware there is a gate.

 

One may think there is a gate to go through

and look a long time for it

without finding it.


 

One may find it and

it may not open.


 

If it opens, one may be through it.

 

As one goes through it,

one sees, that the gate one went through

was the self that went through it.


 

No one went through a gate.

There was no gate to go through.

No one ever found a gate.

No one ever realized there was never a gate."

 

(R.D. Laing)

 


 

Neue Zahlen...

28. Juli

 

Täglich

sterben

weltweit

laut UNESCO (2009)

24.000 Kinder

unter 5 Jahren

an Unterernährung

und vermeidbaren Krankheiten.

 

Jährlich

8,8 Millionen Kinder.

 

Seit 1990 sind

250 Millionen Kinder

unter 5 Jahren gestorben.


 

Nochmal Zahlen...

29. Juli

 

Jährlich

werden in Deutschland

11 Millionen Tonnen

Lebensmittel

weggeworfen.

 

Das sind pro Person

82 kg.

 

Die Kosten für die Entsorgung

betragen

22 Milliarden Euro.

 

 


 

Beten

30. Juli

 

Beim Beten

geht es nicht darum,

ein Wunder herbeizusehnen,

sich zu wünschen, die Dinge wären anders,

oder die Spielregeln zu ändern.

 

Beim Beten

geht es

um jeden gewöhnlichen Atemzug,

um die Verschmelzung mit den Dingen, wie sie sind,

und darum mit den Spielregeln des Lebens in Einklang zu gelangen.

 


 

Den Hof fegen

31. Juli

 

einfach,

da es JETZT dran ist.

 

Ohne Verstand:

 

keine Begründung :

(passendes Wetter - Kehrwoche)

 

kein schlechtes Gewissen:

(mr' sott mal wieder...)

 

keine Ausrede:

(das Kind ist krank...)

 

Da ist

Hingabe (buddhistisch gesagt)

 

Da ist

Nächstenliebe (christlich gesagt)

 

Da ist

Eins-Sein.