März 2013

Intelligenz 

1. März

 

Verfeinere deine Wahrnehmung:

Da ist nicht nur Gelb und Blau

Da ist Grün dazwischen


und dazwischen

Maigrün und Türkis

Chromgelb und Viridian

 

Verfeinern der Wahrnehmung:

Das ist Intelligenz

Empfindsamkeit

Klugheit

Friedlichkeit

Vielfalt

Gewöhnlichkeit

 


Halte inne,

spüre hin,

JETZT.

 


 Für Maler

2. März


Das kannst Du tun:

Die Wahrnehmung der Farbnuancen vertiefen.

Damit aus Einzelfarben

aus Gelb und Blau

aus Oxidgrün und Chromgelb

ein Farbverlauf wird

ein Farbfluß.

 

Dieser Fluß beinhaltet

ALLE Farben.

So kommen Kontraste aneinander:

Ocker zu Hellgrau

Orange zu Grasgrün

Pfauenblau zu Kadmiumgelb

 

So spannungsvoll ist LEBEN.

 


 

Für Musiker

 

3. März


Das kannst Du tun:

Lausche auf die Zwischentöne,

auf die Schwingungen,

damit aus Einzeltönen

eine Melodie wird.

 

Diese Melodie beinhaltet

ALLE Töne.

So entstehen Dissonanzen

und Kontrapunkte.

 

Die Melodie des LEBENS.

 


 

Black Swan (1) 

4. März

 

 

Du meinst, deine Vorlieben,

die eine Seite des Lebens zu kennen und zu kontrollieren.

Dann BIST du der weiße Schwan: vollkommen perfekt.

 

 
Kannst du den schwarzen Schwan TANZEN?

Oder soll ein anderer diese ROLLE für dich übernehmen?

 

Jemanden, dem Du die Schuld geben kannst,

jemanden, den du nicht leiden kannst,

jemanden, den du ablehnst,

deinem Alter-EGO.

 

Dann sind da zwei.

 

 

Kannst du den schwarzen Schwan TANZEN,

mit vollkommener Leidenschaft und Hingabe?

Dann tanzt du ZUGLEICH den weißen Schwan:

mühelos, perfekt.

 

 

Wir sind Sonnenlicht UND Schatten.

 


Wenn Du beides tanzt,

aber nicht bist,

ist da niemand.

 

Da ist Tanz.

 


 

 

Black Swan (2)  

5. März


Das Spielen mit dem Alter-EGO

erscheint Dir und anderen als

verrückt, krank, plemplem,...

 

Diese Konzepte sind für DICH bedeutend, hinweisend:

- Der Tod des weißen Schwans...

- Die Jagd Käptain Ahabs nach dem weißen Wal...

- Arjuna, der aufsteht, in den Krieg zu ziehen...

 


Hier wird zwei zu eins...


Pubertät,

Erwachsen werden...

 

Was haben die Konzepte, die Bilder mit DIR zu tun?

Was tun sie mit DIR?

Spürst Du etwas?

Bewegen sie dich?

 

Bist DU schon erwachsen?

Hast du immernoch Vorlieben und Abneigungen?

Kommt durch dich etwas zum Ausdruck,

dass du nicht sein möchtest?

Wächst aus dir etwas Unerwünschtes?

Wollen da schwarze Federn durchbrechen?

Erwächst da etwas auf deinem Mist?

"Das Pferd macht den Mist im Stalle..."

Ist da "Unflat und Stank"?

 


 

Er-Wachsen

6. März


Ich-Bewußtsein ist eine natürliche Erscheinung beim Menschen.

Sie unterscheidet und trennt den Menschen

von seinen Eltern,

von der Gesellschaft,

von der Umwelt,...

 

Es entsteht ein Zentrum in mir,

es entsteht Identität,

es entsteht Individualität.

 

Ich-Bewußtsein TAUCHT im Alter von etwa drei Jahren AUF.

Dann ist es im Tagesbewußtsein mehr und mehr anwesend.

Es wird zu deinem Wesen.

Es wird dauerhaft.

 

Ich-Bewußtsein sollte im Alter von etwa 12 Jahren wieder VERSCHWINDEN.

Dann sollte es im Tagesbewußtsein

nicht mehr dauerhaft anwesend sein,

denn die Aufgabe,

sich abzugrenzen und abzutrennen ist erfüllt.

 

Mit der Pubertät sollte das CHRONISCH kranke EGO sterben,

nicht das Ich-Bewußtsein.

Das Ich-Bewußtsein taucht auf

und verschwindet -

ganz natürlich,

wie ein Schnupfen auftaucht

und verschwindet,

wenn es nötig ist.

 

Das ist Intelligenz.

Das ist Erwachsensein.

 

Ist das Ich-Bewußtsein im "Erwachsenenalter"

ab 20 Jahren tagsüber noch DAUERHAFT anwesend,

kannst Du es EGO nennen

oder eine geistige Behinderung

oder eine chronische Krankheit deines Bewußtseins.

 

Da ist permanent

"Eins zu zwei."

 


 

Pubertät

7. März


Während der "Pubertät",

der Jungfräulichkeit,

der Jung"männlich"keit,

 


wird das getrennte Bewußtsein

mehr und mehr

aufgelöst,

 

hin zur Weiblichkeit

und zur Männlichkeit

 

zur Erkenntnis der

Polarität von Weib und Mann

 

zur Erkenntnis,

dass diese Polarität in mir ist.

 

Das was ich bisher abgelehnt,

von mir getrennt gehalten habe,

wird in der "Pubertät" attraktiv,

anziehend.

 

Beziehung wird nicht mehr durch

Ausschluß beschrieben,

 

Beziehung wird durch

Ergänzung beschrieben.

 

Diese Ergänzung ist

im Schatten zu finden,

im "Bösen"

im "Unmoralischen"

im (von den Eltern) Verbotenen.

 

Pubertät ist die Bewegung von


"Zwei zu Eins"

 


 

Anders gesagt... 

 

8. März


"Die menschliche Kindheit ist der EGOVERHAFTETE Zustand.

Bei Kindern ist dies ein GESUNDER und NATÜRLICHER Zustand.

Bei erwachsenen Menschen jedoch ist es ein abscheuliches Gebrechen.


Die einzige Chance, dass ein solches Gebrechen

unendeckt und unbehandelt bleibt,

besteht darin,

dass ALLE gleichermaßen davon betroffen sind...


Es wird nicht als Problem betrachtet...


Wir leben unser ganzes Leben

unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen,

ein Fall IRRTÜMLICHER IDENTITÄT.


In unserer Welt...

gilt diese Kasteiung des Geistes als

normal,

gesund,

und respektabel.


...keine Gesellschaft hat sich über das Stadium hinausentwickelt,

in dem kleine Mädchen

'feine Dame' spielen

und Jungs

Frösche quälen.

 


Das EGO muss nicht getötet werden,

da es nie wirklich lebendig war.


Du musst dein falsches Selbst nicht zerstören,

da es gar nicht real ist.


Das ist tatsächlich der ganze Punkt.


Es ist nur eine Figur, die wir verkörpern,

und was getötet werden muss,

ist jener Teil von uns,

der sich mit dieser Figur IDENTIFIZIERT."

 

Jed McKenna

 


 

Gärtnern für Humanisten

 

9. März


Der Mangold

hat den Winter überstanden.

Er treibt aus und vermehrt sich.


Damit er dieses Jahr

gute Frucht bringt,

muss er vereinzelt

und umgepflanzt werden.


Die zuvielen Pflanzen,

die zu kleinen Pflanzen,

die zu schwachen Pflanzen

werden selektiert,

auf den Kompost geworfen,

zum Sterben.


Gärtnern – eine zutiefst lebendige Tätigkeit.


Spüre hin: Da ist Syrien, Treblinka und MyLay

in deinem Garten:


Du wählst aus, welche Pflanze

weiterleben und weiterwachsen darf

und welche stirbt.


Du entscheidest, welche Pflanzen Nutzen bringen

und welche vernichtet werden.


Welcher Gärtner würde

die kleinsten und mickrigsten

Pflanzen ins Beet setzen?


Und dies machst du täglich,

unzählige Male:

Du wählst aus.


Freude und Grausen zugleich:


Das ist Gärtnern.

 

 


 

Ehrfurcht vor dem LEBEN

 

10. März


Alles dies

ist Ausdruck des LEBENS:

 

Der blühende Apfelbaum,

der Bürgerkrieg in Syrien,

der wachsende Mangold,

das Vernichtungslager Treblinka,

der Sonnenaufgang,

der Tsunami,

Nilpferde im Fluss,...

 

Da ist kein Unterschied,

solange, bis Du ihn machst.

 

Da ist nichts besser

oder wertvoller...

 

Der Mensch steht nicht

über dem Stein.

 

Du bist nicht die Krone der Schöpfung.

Du herrscht nicht über den Stein.

Es ist deine Anmaßung,

das der Stein nicht beseelt

und lebendig sei,

oder die Pflanze,

oder das Tier,

oder der Mensch,

dass die Dinge von dir getrennt sind.

 

Alles ist Ausdruck des LEBENS.

 

Spürst Du die "friedvolle" Strömung?

 

Ist da Gespür (ohne dich),

ist die Strömung nicht nur "friedvoll".

Sie ist genauso "grausam".

 

Das ist EHR-FURCHT vor dem LEBEN.

 

(Du möchtest nur die "friedvolle" Seite spüren,

da du die "Grausamkeit" deines Verstandes nicht aushältst.

Auch die Grausamkeit deines Verstandes ist Ausdruck des LEBENS.)


 

 

 

Unmenschlichkeit

11. März

 


Wenn du LEBEN zu Leben machst.

Dich vom LEBEN abtrennst,

Leben als Dinge und Objekte wahrnimmst,

dich über das Leben stellst,

entsteht "Leid", "Grausamkeit", "Vernichtung":

 

Dann ist da Bürgerkrieg,

dann sind da Vernichtungslager,

dann ist da sexueller Mißbrauch,

dann ist da Vergiftung der Umwelt,

usw.

 


Dann ist da Unmenschlichkeit.

 

 

Du bist diese Unmenschlichkeit,

die meiste Zeit des Tages,

ohne dass du es bemerkst.

 

 

Das ist deine Egoverhaftung.

 

 

Bemerkst du deine Unmenschlichkeit,

bist du menschlich.

 

 

Dann ist deine Unmenschlichkeit menschlich,

ein Ausdruck des LEBENS.

 

 

Dann bist du für einen Moment

kein kleine s Mädchen, das

'feine Dame' spiel t

und kein Jung e, der

Frösche quäl t.

 


 

 

Kain

12. März


Verdamme deine Unmenschlichkeit nicht.

Sie ist nicht "böse" oder "schlecht".

 


Sie erscheint dir nur so,

im Lichte deines Ideals,

wie du als Mensch sein solltest...

 

im Lichte dessen,

was deine Eltern von dir als Kind erwartet haben,

was die Gesellschaft von dir verlangt,

was die Religionen dir erzählen,

was Heilige und Gurus dir vorleben...

 

Unmenschlichkeit kann dir helfen,

deine Definition,

deine Identiät,

deine Vorstellung,

wie ein Mensch zu sein hat,

zu durchbrechen.

 

Nimm deine Unmenschlichkeit wahr:

Im Umgang mit deinen Kindern,

beim Gärtnern,

beim Autofahren,

auf der Grillparty,...

 

Nimm deine Unmenschlichkeit

gelassen zur Kenntnis.

Du bist beides:

Kain und Abel.

 


 

Mist

13. März

 


Du bist Kain und Abel.

Es ist dein Wesen als Mensch,

unmenschlich zu sein.

 

 

Du bist das Pferd,

dass den Mist im Stalle macht,

der Unflat und Stank

an sich hat.

 

 

Bleibe hier nicht stehen:

Sonst füllt sich dein Stall

unbemerkt mit Mist.

 

 

Es ist notwendig,

früher oder später,

deinen Mist,

deine Unmenschlichkeit,

sichtbar für jeden,

auf das offene Feld zu ziehen.

 

 

Immer in der Bewußtheit,

dass es DEIN Mist ist.

Nicht jemand anderes

ist schuld am Unflat und Stank.

Es ist deine Schuld,

deine Verantwortung,

deine Entscheidung,

deine Wertung,

 

 

deine Identität.


 

 

Mach den Sack zu

 

14. März


Es erscheint dir

als ein Prozeß,

ein Nacheinander,

eine Reise:

 

 

Das Verlassen

des Moralischen,

des Guten,

des Erlaubten.

 

Der Auseinandersetzung mit

dem Bösen,

dem Unmenschlichen,

dem Leiden.

 

Der Rückkehr nach Hause,

in die Vollkommenheit,

in die Gegenwärtigkeit,

in den Frieden.

 

Diese "dramatische Reise" ist notwendig

für dein EGO.


Diese Reise macht deine Anhaftungen bewußt.


Welch ein Geschenk!


Welch eine Freude!

 

Du bist schon immer Zuhause.

JETZT!

Du hast dein Zuhause nie verlassen.

 


 

Tische & Stühle

 

15. März


Lehrer und Schüler

ERSCHAFFEN

gemeinsam die LEHRE.

 

Da sind Beziehung, Worte, Fragen.

Der Schüler schickt den Lehrer

von "Ponitus nach Pilatus"

und umgekehrt.

 

Die Lehrer-Schüler-Beziehung

deutet auf die Wahrheit hin.

Sie ist nicht die Wahrheit.

 

Der LEBEmeister

drückt die Wahrheit mühelos jeden Augenblick aus.

Er bedarf keiner Beziehung, Worte, Fragen.

Es ist offenbar:

Du bist ebenso der Lebemeister

und bist dir dessen lediglich nicht bewußt.

 

Es braucht etwas Übung:

Aufmerksamkeit,

Lauschen,

hingebungsvolles Sehen


und du erkennst,

dass sich der Meister

von deinem Wesen

nicht unterscheidet.

 


 

Hundeleben

16. März


Ein Hund ist

im NATÜRLICHEN Zustand

ein Meister:

 

Sie leben bedingungslose Liebe,

sie vergeben sofort,

sie sind einfühlend,

sie sind ehrlich,

sie sind nicht tückisch,

(außer wir erziehen sie dazu),

sie leben stets im Augenblick,

tragen nicht an der Vergangenheit,

sorgen sich nicht um die Zukunft.


Für sie ist alles stets neu und wunderbar.


Jeder Ort ist der "richtige" Ort für sie.

 

Dazu:


Treue,

Hingabe,

Freundschaft,

Fröhlichkeit,

Entspanntheit,

Aufrichtigkeit...

 

all das was wir Menschen gerne sein möchten...


(nach Jed McKenna)

 

 


 

Herrchen & Frauchen  

17. März


Betrachte deine Ego-ANHAFTUNG,

deine Persönlichkeit,

deine Identität

einmal genau:


Was ist wahllos zusammengehäuft?

Was ist tatsächlich von dir?

 

FALLS du einmal beginnst,

die Anhaftung zu lösen,

wirst du nur wenig finden,

das du dort bewußt platziert hast.

 

Das meiste ist geborgt:

aus vergangenen Erinnerungen,

aus Angst vor der Zukunft.


Übernommen von der Gesellschaft,

anerzogen von deinen Eltern...

 

Das bist DU.

Das ist den "Selbst".

 

Die meiste Zeit verbringst du damit,

dem EGO einen Sinn zu geben,

die Oberfläche aufzuräumen,

die Kontrolle zu behalten,

dich von LEBEN getrennt zu halten

 

Beschäftigt sein ist leichter,

als zu erkennen,

dass da nichts ist,

das dir gehört...

 

Entspanne dich,

es gibt nichts zu tun.

 

HUNDELEBEN.

 


 

Step In 

18. März


Die Vorstellung eines

individuellen,

abgetrennten

Ich oder Selbst,

löst sich bei der

ehrlichen Untersuchung

sehr schnell auf.

 

So ist es mit allen deinen Vorlieben,

Idealen und Konzepten:

Du hast sie irgendwann erworben,

und sie ändern sich.

 

Sobald du erkannt hast,

dass du nicht weißt,

wer du bist,

BLEIBT die Frage:

"Wer bin ich?" übrig.

(auch diese löst sich auf...)

 

Was DU TUN kannst

ist diesen ersten

und zugleich letzten Schritt gehen.

 

Den Rest besorgt das LEBEN

ganz von selbst.

 

Du kannst dich dem LEBEN in den Weg stellen;

dann ist da "Entwicklung".

 

Du kannst genauso mit dem Fluss des Lebens gehen;

dann ist da "Hingabe".

 


 

Schatten

19. März

 

Wenn wir uns dem LEBEN in den Weg stellen,

und das tut AUSNAHMSLOS jeder,

dann ist da Entwicklung,

(die wir versuchen zu verhindern).

 

Damit aus dem Konzept "Entwicklung"

Veränderung,

und Wachstum wird;


du dich dem LEBEN

wieder annäherst,

und schließlich Hingabe

und Mitfließen wird,

 

bedarf es der Integration

deines Schattens,

des "Bösen"

deiner Abgründe.

 

Aus "Zwei wird Eins".

 

 


 

Dämonenjagd     

20. März


Es sind drei Schritte:

 

1. sich mit dem Schatten konfrontieren:

Wende dich dem Schatten zu,

sieh ihn dir an,

versuche ihn zu verstehen,

erkenne ihn an.

 

2. spreche mit deinem Schatten:

Frage ihn:

"Wer bist du?"

"Warum bist du hier?"

Führe ein "Selbstgespräch",

solange, bis alle Fragen gestellt sind.

Dein Schatten gibt dir die Antwort.

Die Antwort ist in deinen Fragen.

In diesem Augenblick verschwindet er,

du hast ihn getötet.

 

3. sei der Schatten

Du bist das Böse.

Du bist der Abgrund.

Das fühlt sich ziemlich krass an...

Lass' dies los,

gehe weiter.

 

Vergiß' das Trauern nicht,

du hast einen Teil

deiner Identiät verloren.

Räume auf.

 


(4. Der nächste Schatten kommt bestimmt:

Gehe über "Los" und sammle 1500€ ein.

Es ist ein Spiel - ERNSTHAFT.)

 


Abgründe (1)

21. März


"Der Mensch ist ein Seil,

geknüpft zwischen

Tier und Übermensch -

ein Seil über dem Abgrunde."

(Friedrich Nietzsche; Also sprach Zarathustra)

 


"Wer mit Ungeheuern kämpft,

mag zusehen,

dass er nicht dabei

zum Ungeheuer wird.

Und wenn du lange

in einen Abgrund blickst,

blickt er Abgrund

auch in dich hinein."

(Friedrich Nietzsche; Jenseits von Gut und Böse)

 


Das ist der Sinn deines EGOs:


Du schreckst zurück,

anstatt in den Abgrund zu fallen

und der Abgrund zu werden.

Du bleibst auf dem Seil

und nutzt alle Kräfte,

auf dem Seil zu bleiben.

 


Alles andere wäre verrückt:

Du wärest Ahab,

du wärest Arjuna.


 

Abgründe (2) 

22. März


Bleibe mit deinen Schatten,

deinen Abgründen in Kontakt,

spreche mit ihnen,

sprich mit anderen darüber.

 

Führe einen "HEILigen" Krieg,

töte ihn,

sei aufmerksam,

sei empfindsam dabei:

 

Du sprichst mit dir,

du kämpfst mit dir,

du tötest dich.

 

"Der Abgrund, der geschaffen ist,

leitet in sich den ungeschaffenen Abgrund,

und die zwei Abgründe

werden ein einig Eins,

ein lauteres [ungetrübtes]

göttliches Wesen,

dann hat sich der Geist

in Gottes Geist verloren,

in dem grundlosen Meere

ist er ertrunken."


(Johannes Tauler)

 


Ralph Reicht's (1)

23. März


Deine Persönlichkeit

ist "Sugar Rush",

eine Süßwarenwelt.

 

Du bist ständig bemüht,

und damit beschäftigt,

deine Oberfläche

dein Äußeres

ordentlich und sauber zu halten.

Hier das Gut, da das Böse.


Doch dafür

wird gemobbt:

Da gibt es Schatten,

da gibt es Machtspiele.

 

Das funktioniert,

solange jeder

(jedes Computerspiel)

für sich bleibt

und nicht miteinander

in Verbindung tritt

und beim anderen

mitspielt.

 


Ralph Reicht's (2)

24. März


Doch unter der Oberfläche

deiner Süßwarenwelt

von "Sugar Rush"

brodelt es:

 

Da gibt es heiße "Cola-Seen",

und "Cy-Bugs":

deine Emotionen,

deine Schatten,

die sich wie Computerviren verhalten.

 

Wenn dieser dunkle Abgrund

an die Oberfläche kommt,

ist Schluß mit lustig.

 


Da hilft dir kein "King Candy",

kein "Fix-It-Felix jr." und

kein "Randale Ralph".

 


Da reicht keine

"Kuschelspiritualität"

auf deinem Kissen.

 

Da ist Krieg.

Da braucht du

einen "EGO-Shooter".

"Hero's Duty".

Du bist Sergeant Calhoun.

Hast du den Mumm dazu?

 


Ralph Reicht's (3)

25. März


Identifiziere dich nicht mit dem Abgrund.

Bleibe dir deiner Rolle

als EGO-Shooter bewußt.

 

Du bist kein EGO-Shooter.

Sieh zu, dass da ein Kontrast bleibt,

eine Polarität.

Sei nicht von dieser (Computerspiel)-Welt.

 

Als EGO-Shooter

in der "Sugar Rush"-Welt,

bleibt dir deine Aufgabe klar.

 

Die "Sugar-Rush"-Welt

bleibt dir fremd,

bleibt voller Überraschungen.

Sie ist für dich nicht vorhersagbar,

da es nicht deine Welt,

dein Konzept,

deine Vorstellung ist.

 

So bleibst du leichter

bei deiner Aufgabe,

"Cy-Bugs" zu töten.

 

Ohne Ablenkung.

 


Geh hin, wo du nicht kannst.

26. März


Das kannst du tun:

Gehe in den Kontrast,

ins Komplementäre,

in den Kontrapunkt.

 

In einer dir fremden Umgebung

ist die Wahrscheinlichkeit, dass du

aufmerksam,

gegenwärtig,

lebendig,

frisch,

neugierig,

offen bist, größer.

 

Gehe in eine "fremde" Stadt,

gehe in die Berge,

gehe in die Wüste,

und probiere es aus;

es ist ein Abenteuer.

 

Deshalb verreisen wir so gerne und oft.

Da ist unbewußt eine Sehnsucht

nach dieser Polarität.

 

(In der globalisierten Kultur

von Coke, Starbucks und McDonalds

wird es immer schwerer

diese Polariät zu erfahren.)

 

Die Fremde ist dein Zuhause...

 


Ralph Reicht's (4) 

27.März


Das kannst du tun:

Gehe in den Kontrast,

ins Komplementäre,

in den Kontrapunkt.

 

Mach es wie Sergeant Calhoun:

Verlasse die gewohnte Umgebung

deines berechenbaren,

sich wiederholenden

Computerspiels "Hero's duty".

 


Gehe dahin, wo du nicht hingehen willst.

In die Welt, die du am ätzendsten findest:

Sergeant Calhoun geht nach "Sugar World",

da wo alles klebrig süss

und romantisch ist,

dort ist ihr Schatten,

da wird sie geHEILt.

 

Wo ist dein Schatten?

Wohin möchtest du nicht gehen?

 

Wenn dich lebendig fühlst,

gehe zu den Toten auf den Friedhof.


Wenn du jung bist,

gehe in ein Pflegeheim.


Wenn du gebildet bist,

gehe zu den Demenzerkrankten.


Wenn du "rational" und "aufgeklärt" bist,

gehe in die Kirche...

 

...vorurteilsfrei, offen, unkritisch, ohne Plan.

Lass' es geschehen.

 

Hast du den Mumm dazu?

 


 

End of war

28. März

 

Du hast diesen Krieg begonnen,

also beendest du ihn auch.

(Genaugenommen wird er für dich beendet.)

 

Mit dem Ende des Krieges

endest auch DU,

deine Ego-VERHAFTUNG.,

deine ErWARtungen,

deine Vergangenheit,

deine Zukunft.

 


Das Drama ist zu Ende.

Ahab ist tot,

er ist mit dem Wal untergegangen.

Der Ozean ist das Leichentuch.

 


Da ist Stille,

Hingabe,

Frieden.

 

Es gibt nichts zu tun.

Alles geschieht.

Jetzt.

Ohne dich.

 

Einer überlebte:

(der schon immer da war,

und immer sein wird)

 


Ismael treibt im Sarg.

Arjuna nach dem Kampf.

Ein Junge und sein Hund.

 


Dein Drama und LEBEN

29. März

 

Die eine bestimmte Jagd

auf den einen besonderen weißen Wal.


Das eine Drama:

Ahab und Moby Dick.


Die eine Beziehung.

 

 

Das Leichentuch des Ozeans

wogt weiter

wie seit 5000 Jahren.

 


Was ist größer?

Was ist wichtiger?

Was ist bedeutender?

 


Ralph Reicht's (5)

30. März

 

Die "Probleme" beginnen,

wenn du deine Rolle verlässt.

Du bist der Spielverderber.

 

Ralph reicht's

nach 30 Jahren,

da er keine Medallie

zum Jubiläum bekommt.

 

Keine Belohnung,

kein Verdienst -

wider der Erwartung.

 

Also besorgt sich Ralph

SELBST eine Medallie

und ERZEUGT

Durcheinander, Chaos und Abenteuer.

 

Er verbindet Getrenntes.

Getrenntes wird verbunden.

 

Ist das ALLES durchlebt,

ist da "happy end",

die Geschichte ist zu Ende.

 

Ralph ist nicht länger egoVERHAFTET,

er identifiziert sich nicht länger mit seiner Rolle.

Er ist nicht länger der Bösewicht.

 

Er SPIELT die Rolle des Bösewichts

mit Leichtigkeit und Freude.

 

HAPPY-END.


Ostern

31. März

 

Auferstehung.

Ende des Dramas.

Friedvoll,

unaufgeregt,

im Hintergrund

 

Unbemerkt

hinter Trauer,

Erinnerungen,

Fragen,

Gedanken,

Verzweiflung.

 

Ein Spaziergang am Morgen in Galiläa.

 

Ist bei dir Ostern?