Mai 2013

 

Tag der Arbeit

1. Mai

 

ERGO und EGO

 

auch wenn's ähnlich klingt,

verwechsle es nicht!

Arbeit und Ich sind nicht identisch.

Arbeit wird durch dich getan.

Arbeit ist Entfaltung des LEBENS...

Mühelos...


 

Division bell

2. Mai

 

Die Glocke tönt,

wenn sie

nach beiden Seiten

ausschlägt.

 


 

Die Zukunft ist Jetzt"

 

3. Mai

 

Es gibt kein "davor"

und "danach"

und keine "Erleuchtung",

die irgendwann eintreten wird

oder bereits eingetreten ist.

 

Da ist die Einbildung,

dass da etwas Besonderes,

nie Dagewesenes geschieht

oder geschehen ist.

 

Diese Einbildung

macht dich besonders

oder einzigartig,

denn jeder hat seine

eigene Geschichte.

 

Doch das Gemeinsame,

das Gewöhnliche dabei

wird nicht erkannt:

Die Einbildung des ICH,

das sich selbst ausgrenzt

und ein "davor" und "danach"

entstehen lässt.

 

Welch ein Wunder!!!

 


 

Medea (1)

 

4.Mai

 

Chor:

"LEBEN bringt Wirklichkeit hervor,

LEBEN zeigt sich in vielerlei Gestalt.

Die Vielheit kehrt zum LEBEN zurück.

Was das getrennte Ich sich einbildet, verwirklicht sich nicht.

Was dem getrennten Ich unmöglich erscheint,

ist dem LEBEN möglich."

(nach Euripides' Medea)

 


Medea (2)

 

5. Mai

 

Möchtest Du dich von

deiner Ego-Verhaftung,

deiner Einbildung lösen?

 

Möchtest Du "erwachsen" werden?

 

Dann sei mutig wie Medea:

Töte das, was dir am liebsten ist.

Töte deine liebsten Einbildungen.

Töte deine Kinder, die du geboren hast.

 

"MEDEA:

Entschieden bin ich, Beste, jetzt die Kinder rasch

Zu töten und dann fortzueilen aus dem Land.

Ich will durch Zaudern meine Kinder nicht zum Mord

Preisgeben einer andern rachedürstgen Hand.

Ganz unabwendbar ist ihr Tod, und weil er's ist,

Will ich sie töten, die sie auch geboren hat.

Wohlan, mein Herz, auf, waffne dich! was zauderst du,

Zu tun das schrecklich, aber unvermeidlich Leid?

Du, meine unglückselge Hand, ergreif das Schwert!

Ergreif es, tritt zum Wendepunkte deines Glücks;

Verbann die Weichheit, denke nicht, wie lieb sie sind,

Daß dein sie sind, daß du die Mutter! Oh, vergiß

Du deiner Kinder nur den einen kurzen Tag,

Und dann bewein sie! Wenn du gleich sie töten mußt,

Du liebst sie dennoch – ach, ich unglückselges Weib!"

 

Dieselbe Tragödie:

wie bei Arjuna,

wie bei Kaptain Ahab...

 


Choose life

 

6. Mai

 

Du kannst das LEBEN nicht wählen.

Genauso wie das LEBEN dich nicht wählt.

Da wären ja zwei:

Jemand der wählt

und der Etwas wählt...

 

LEBEN geschieht

durch dich.

Da hast du keine Wahl.

 

Doch du kannst so tun,

als ob du die Wahl hättest...

 


Steps taken forward, but sleep walking back again...

7. Mai

 

Einen Schritt

kannst DU tun:

 

Du kannst dich

einen Schritt

von deiner Ich-Anhaftung,

der Illusion,

der Einbildung,

deinen Konzepten,

Maya...

lösen.

 

Raum zu  schaffen.

 

Doch es ist

dein erster

und EINZIGER

Schritt.

 

Kommen da

noch mehr Schritte,

oder eine Entwicklung,

oder ein Weg,

oder Erfahrungen,

dann ist der EINE Schritt

noch nicht getan.

 

Du bildest es dir lediglich ein.

Mit dem EINEN Schritt

ver-gehst auch DU.


 

twOne

 

8. Mai

 

Mit diesem EINEN Schritt,

wenn du ihn denn tust,

(oder er für dich getan wird,)

 

wirst du neu geboren,

nimmst du die Einladung an,

wirst du "erwachsen"

ziehst du wie Arjuna in den Kampf,

öffnest du dich der Liebe,

ist der Berg kein Berg,

gehst du wie Kapitän Ahab auf Waljagd,

löst du deine Ich-Anhaftung,

gibst du dich hin,

tötest wie Medea deine Kinder,

verlässt du wie Siddhartha deine Eltern,

...

 

Zwei und Eins.

Es gibt kein zurück.

Hast du den "Mumm" dazu?

 


 

Atmen (1)

 

9. Mai

Leben ist einfach.

Dieser eine Atemzug.

Ein.

Aus.

Mühelos.

Völlig unspektakulär.

 


Atmen (2)

 

10. Mai

 

Dir ist das zu wenig.

Atmen.

Wie gewöhnlich.

Wie langweilig.

Das ist doch selbstverständlich.

 

Genauso selbstverständlich

ist deine Ego-Anhaftung.

Du bemerkst sie gar nicht mehr.

 

Sie geschieht automatisch,

wie dein Atem.

 


Atmen (3)

 

11. Mai

 

Du kannst deine Ego-Anhaftung

nicht durch Übungen lösen;

 

genauso wie die Atemübungen,

die DU TUST,

zu nichts führen.

 

Beides ist künstlich,

gewollt,

angestrengt.

 

Beides dient einem Ziel.

 


Atmen (4)

 

12. Mai

 

 

Wenn du deinen Atem,

deine Ego-Anhaftung

verändern willst,

zeigt dir das,

das da etwas für dich nicht in Ordnung ist,

das du etwas verändern möchtest.

 

Dein Atem,

deine Ego-Anhaftung,

ist völlig in Ordnung,

so wie sie jetzt ist.

 


 

Atmen (5)

 

13. Mai

 

Spüre deinen Atem.

Verfolge ihn liebevoll.

Mit einer Weichheit.

Ohne Bewertung.

Stelle die Intimität her.

Du bist Atem.

Da ist keiner, der atmet.

Atmen ist da.

Atmen geschieht.

Ständig.

Ohne Unterlass.

Einfach so.

 

Ersetze das Wort "Atem"

durch Ego-Anhaftung...

 


Atmen (6)

 

14. Mai

 

Genauso wenig

wie du mit dem

Atmen aufhören kannst,

kannst du aufhören,

deinem Ego anzuhaften.

 

Beides wäre auf Dauer

anstrengend und

ungesund.

 

Da wäre dann niemand mehr.

Solange du auf der Welt bist,

musst du als Jemand da sein.

 

Atmen geschieht einfach.

Ego-Anhaftung geschieht einfach.

 

Eines Tages wird kein Atmen mehr 

durch dich geschehen...

Einfach so,

ohne dein Zutun...

 


Atmen (7)

15. Mai

 

einatmen

anspannen

binden

gebären

 

ausatmen

entspannen

loslassen

sterben

 

Zwischen

einatmen und ausatmen

tauchen Tod

und Ewigkeit auf.

Ein Hinweis

auf's LEBEN.

 

Ganz natürlich

im Wechsel.

 


 

Atmen (8)

16. Mai

 

Wenn es nach

unseren Konzepten,

Idealen, Vorlieben und

Vorstellungen ginge,

würden wir ausschließlich

einatmen.

 

Das kann nicht gut gehen.

 

Daher ist die meditative Übung

des Beobachtens,

Loslassens und

Geschehenlassens

unbedingt notwendig.

 


Atmen (9)

17. Mai

 

So wie

einatmen und

ausatmen

sich ausgleichen,

 

sollte sich in unserem Alltag

Aktion und

Kontemplation ausgleichen.

 

Die Ego-Anhaftung,

das willentliche Tun

ist ebenso präsent

wie die Gelassenheit,

das Nicht-Tun.

 

Spüre:

Da ist die friedvolle Strömung.

 


Atmen (10)

18. Mai

 

Betonst du

das Loslassen

und Nicht-Tun

zu stark,

haftest du wiederum an.

 

Dann ist da

Anspannung,

ein spirituelles EGO:

 

Loslassen ist besser,

wichtiger,

bedeutsamer.

 


 

Zur Erinnerung:

19.Mai

 

Anhaftung

ist völlig

in Ordnung.

 

Es ist ein Ausdruck

des LEBENS.

 


 

Atmen (11)

20. Mai

 

Atmen geschieht.

Emotionen sind da.

Ein Vogel singt.

Ein Gedanke.

Schon wieder.

Der Fernseher läuft.

 

Einfach Gewahr-Sein.

Einfach Leben.

Wie es ist.

 


 

Atmen (12)

21. Mai

 

Du atmest

seit deiner Geburt

ein - aus

automatisch

und es bedeutet dir nichts.

 

Ein Berg ist ein Berg.

 

LEBEN.

 


 

Atmen (13)

22. Mai

 

Eines Tages

ist da eine Resonanz.

Du wirst dir

deines Atems gewahr.

Ein - aus.

Du beeinflußt deinen Atem.

Du übst Macht über ihn aus...

Da ist ein Konzept von Atmen.

Ob, und wann sich dies ereignet,

weiß keiner.

 

Der Berg ist kein Berg.

LEBEN.

 


Atmen (14)

23. Mai

 

Alle Konzepte

müssen scheitern,

damit sich

vielleicht

die Möglichkeit öffnet,

die jenseits der Suche führt.

 

Du stirbst und

du atmest.

Ein - aus.

Ob, und wann sich dies ereignet,

weiß keiner.

 

Ein Berg ist ein Berg.

LEBEN.

 


Atmen (15)

24. Mai

 

Das alles entfaltet sich

genau dann,

wenn es zu passieren hat.

 

Wie dein Atem.

 

Dann ist da

die notwendige Offenheit.

 

Dann spricht das LEBEN (zu dir).

 


 

Atmen (16)

25. Mai

 

Das ist die eine Offen-barung:

Das einzige Wunder:

Es atmet.

Es passiert Etwas.

Atmen passiert.

Ein - aus - ein -aus ...

Einfaches Atmen,

wie es ist.

Einfaches Wahrnehmen,

wie es jetzt ist.

 

Gut, dies zu bemerken.

 


 

Urlaub

26. Mai - 4. Juni

 

Urlaub

Vacancy

Vacances

Vakanz:

 

leer sein,

frei sein,

unbesetzt sein,

unbebaut.

 

Keine Gedanken,

keine Emotionen,

keine Konzepte.

 

Die Beine baumeln lassen.

Ein Nickerchen machen.

Dem Lied der Welt lauschen.

 

Urlaub ist Alltag.

Alltag ist Urlaub.